Ludwig - pearls from the last century


Ludwig drums - pearls from the last century

 









 



About


1900-1919

The start of the Ludwig Drum Company, and "The Most Famous Name on Drums"
1909 – William F. & Theobald Ludwig Founds Ludwig & Ludwig Drum Company.
1909 – Ludwig makes the first Ludwig Bass Drum Pedal.
1911 – Ludwig introduces their first Timpani model.
1918 – Theobald Ludwig passes in the Great Flu Epidemic.



1920-1929

A decade of innovation for both Drum Set and Concert Percussion

Ludwig introduces Black Beauty Snare Drums - one of the most sought after snare drum sounds in the recording industry. Black Beauty Snare Drums are still produced today and sold around the world.
Ludwig introduces Balanced Action Timpani.
Ludwig introduces the Gold Triumphal Snare Drum





1930-1939

During the great depression, William Ludwig Sr. sold Ludwig & Ludwig to CG Conn in Elkhart, IN. The Ludwig and Leedy brand were separate brands made in the same factory.

1937, William F. Ludwig establishes a new drum company called WFL Drum Company in Chicago.
WFL competes with Ludwig branded drums made by CG Conn.
WFL starts production on Damen Ave. in Chicago.
1938 - Bill Ludwig Jr. (AKA: The Chief) joins WFL
1938 – WFL creates the 1st Speed King Bass Drum Pedal.





1940-1949

WFL Drums supports the war efforts and starts a new era in marketing.

Early to Mid-40’s – Due to the war efforts and shortages of metal, WFL Drum Company makes drums with wooden hoops, lugs and rope tension or drums with only 10% metal content.
1947 - Ludwig produces first post war catalog featuring Buddy Rich on the cover.



1950-1959

A decade of mergers and acquisitions sets up the future...

1951 – Under Conn, Ludwig & Ludwig and Leedy are combined under the name Leedy & Ludwig.
1955 – William F. Ludwig (WFL) buys the “Ludwig” name from Conn to form The Ludwig Drum Company.





1960-1969

The decade that changed the music industry and the face of Ludwig Drums forever...


1964 - Everything changes when Ringo Starr first appears with his Ludwig Black Oyster Pearl Drum Set with The Beatles on The Ed Sullivan Show.
1964 - The Ludwig 400 Supra-Phonic Snare Drum is introduced.
1966 – Ludwig acquires Musser Mallet Percussion to market Ludwig as “Total Percussion” –beginning years of dominance in the school percussion market.
1968 - The company’s name is changed to Ludwig Industries





1970-1979

A decade of innovation and growth...

Ludwig becomes the leader with key artists performing on Ludwig including John Bonham from Led Zeppelin.
Ludwig expands as school music markets explode…
1972 - Ludwig introduces Vistalite Drums made from see-thru colored Plexiglas.
1973 – William F. Ludwig Senior passes. William F. Ludwig Jr. is named President of Ludwig.




1980-1989

The "Chief" retires and Ludwig is sold, again...
1981 – William F. Ludwig II retires and sells Ludwig to The Selmer Company.
1984 - Ludwig’s 75th anniversary of business, Ludwig Drums moves operations from Chicago to Monroe, NC.



1990-1999

New Decade, New Drums, 90 years in business...Ludwig as part of Selmer is merged with Steinway Pianos and goes public on the NYSE.
1998 – Ludwig launches Classic Maple Series Drums
1999 – Ludwig celebrates 90th Anniversary.



2000-2009

History comes full circle as Ludwig celebrates 100 Years...
Ludwig expands product offering with lower cost drums while maintaining a dominant Ludwig USA Manufacturing Facility in Monroe, NC.
2002 – Ludwig is merged with CG Conn and Selmer
2008 – William F. Ludwig II (aka Jr.) passes
2009 – Ludwig celebrates 100 years of business with new products, catalogs, collector’s editions.
Ludwig re-introduces a limited production of the Gold Triumphal Snare Drum.



2010-Today

Ludwig enters a new decade with a passion for bridging the past to the future...

2013 – Ludwig Introduces The BreakBeats Kit by Questlove.
2011 – 2014 - Ludwig expands drum kit offering with the Element and Element Birch Series Drums.
2015 – Ludwig introduces Legacy Mahogany outfits to the USA Made offering
2016 – Ludwig introduces Ultimate Marching- signaling its return to the field
2016 – Ludwig Introduces The Pocket Kit by Questlove -a professional level drum kit made for 4-10 year olds featuring video lessons by Questlove and friends.
2016 – Ludwig expands into the Intermediate drummer market with the Element Evolution- everything a drummer needs to take the next step to greatness






Anfangsjahre

Die amerikanische Firma Ludwig wurde 1909 von den Brüdern Theobald Ludwig (1888–1918) und William F. Ludwig (1879–1973) gegründet, deren Familie 1887 aus Deutschland nach Chicago ausgewandert war. Zunächst betrieben sie das Unternehmen gemeinsam unter dem Namen Ludwig & Ludwig. Ihre erste Neuentwicklung war ein verbessertes Pedal für die Große Trommel. Mit diesem war es möglich, schneller zu spielen ohne Einbußen bei der Lautstärke zu haben. Es folgte die Entwicklung einer Pauke, die 1916 abgeschlossen wurde. In den 1920er Jahren erweiterte Ludwig & Ludwig die Produktpalette um Banjos, machte dabei allerdings Verluste, was in der Weltwirtschaftskrise dazu führte, dass das Unternehmen von C. G. Conn übernommen wurde. William F. Ludwig führte das Geschäft im Auftrag von Conn bis 1936 weiter, bevor er sich entschied, ein eigenes Unternehmen zu gründen.



 
 


The Beatles und der Aufstieg zum Weltunternehmen


The-Beatles-Logo mit dem abgesenkten T

Weltruhm erlangte das Unternehmen durch einen Zufall. Ringo Starr, der Schlagzeuger der Beatles, wollte 1963 ein neues Schlagzeug erwerben. Bis zu

diesem Zeitpunkt spielte er eines der Firma Premier. Beim Händler Ivor Arbiter sah er ein Muster des Farbtones „Black Oyster Pearl“, das ihm gefiel,

allerdings nur von Ludwig vorrätig war. So entschied sich Ringo Starr für diese Marke. Dort wurde auch das berühmte Beatles-Logo mit dem dropped

(deutsch: abgesenktem) T entworfen und auf die Bass Drum aufgemalt. Mit zunehmender Bekanntheit der Beatles verbreitete sich auch der Name

Ludwig, deren Logo neben dem Bandnamen auf dem Fell der Bass Drum angebracht war. Neugegründete Bands kopierten nicht nur die Musik, sondern

auch die Kleidung und die Ausrüstung der Beatles. So konnte Ludwig die Produktion extrem steigern. Dieses wiederum hatte einen Multiplikationseffekt,

da auch weitere Bands, die Ludwig spielten, Weltruhm erlangten, deren Fans dann ebenfalls Ludwig bevorzugten.

1966 wurde das Geschäft durch die Übernahme der Musser Marimba Company ausgeweitet. Musser stellte Schlaginstrumente wie Vibraphone,

Marimbaphone und Röhrenglocken her. Damit deckte Ludwig die komplette Palette im Bereich der Schlaginstrumente ab.

In den 1960er- und 1970er-Jahren war Ludwig die weltmarktführende Schlagzeugfirma. Für seine Verdienste um Ludwig erhielt Ringo Starr bereits 1964

von dem Unternehmen eine spezielle Snare.




Vistalite

Unter dem Namen Vistalite bot Ludwig ab 1972 durchsichtige Trommeln aus Acryl an, hauptsächlich in den Farben clear, amber und blue.

John Bonham spielte sie. 1979 wurde die Serie eingestellt.



Tomhalterung

Bis Ende der 1960er-Jahre montierte Ludwig eine leicht gebogene Rosette auf der Bass Drum. Wegen der Form wird diese als sogenannte „Bananentomhalterung“ bezeichnet. Der Dorn, auf den das Hängetom gesteckt und befestigt wurde, konnte auf der Bass Drum durch diese Konstruktionen nach links oder rechts geschoben und positioniert werden (engl. „Rail Consolette“).

Ab Ende der 1960er-Jahre wechselte Ludwig zu einem neuen Tomhaltesystem, das zum heutigen Standard gehört und unter anderem von Tama verwendet wird. Dieses war nun mittig angebracht. Ein Grund hierfür war die zunehmende Verwendung von zwei Hängetoms. Hierbei wurde nun ein langes Rohr in der Bass Drum versenkt, was jetzt eine gute Höhenverstellung ermöglichte, auf dem die geriffelten Dorne für die Tomaufnahmen befestigt sind. Diese sind unkompliziert in beinahe alle Richtungen verstellbar.




Speed King

Legendär ist die Ludwig „Speed King“-Fußmaschine, die über lange Zeit Maßstäbe setzte. Sie war als besonders schnell bekannt. Die Maschine wurde

1936 unter der Nummer - POSK - NTC zum Patent angemeldet.




Snares

Snares von Ludwig sind bis heute legendär. Hier sind die Black Beauty, Super Sensitiv oder Supraphonic zu nennen. Die Supraphonic unterscheidet sich

durch die bei der Super Sensitiv angebrachte Parallelabhebung von dieser. Durch die Parallelabhebung entsteht allerdings auch ein deutlicher

Klangunterschied. Die Super Sensitiv wurde hauptsächlich in den 1960er-Jahren verwendet, während die Supraphonic von vielen Rock- und Hard-Rock-

Schlagzeugern verwendet wird/wurde, wie beispielsweise von John Bonham (Led Zeppelin), Ian Paice, Ginger Baker, Carl Palmer und Steve Gadd. Diese

gibt es in den Maßen 14"×5 und 14"×6,5". Letztere setzte sich im Hard-Rock-Bereich durch, da sie im Gegensatz zur 5" durchsetzungsfähiger ist.

In den 1980er-Jahren wurde die Ludwig Coliseum viel verwendet. Dies ist eine Holzsnare in den Maßen 14"×8". Sie gab in vielen Produktionen den

typischen 1980er-Snare-Sound.





Vintage

Auf dem Vintage-Markt sind Schlagzeuge und Trommeln von Ludwig die begehrtesten Schlaginstrumente und erzielen hohe Preise. Dies gilt insbesondere für die Black Beauty-Snares.








 



Vintage Drumsets

von Ludwig, Sonor, Slingerland und Swingstar

im Vergleich

bonedo musikerportal

Sechs absolute Vintage Drums Klassiker im Detail





Alle Bilder: Marcel Brell für bonedo.de
 

Schon seit vielen Jahren gibt es einen ungebrochenen Hype um Vintage Drums. Offenbar besitzen alte Trommeln, vor allem von den Herstellern Ludwig,

Gretsch, Slingerland, Rogers, Sonor und Camco, eine gewisse Aura, die die offenkundigen Vorteile der neuzeitlichen Schlagzeuge wie Fertigungsqualität

und Hardware-Technologie in den Schatten stellt. Aus diesem Grund gibt es eine mittlerweile beachtliche Anzahl an Trommlern, die (fast) ausschließlich

Vintage Drums spielen. Wir haben uns für diesen Artikel sechs verschiedene Modelle aus dem Zeitraum der Vierziger- bis Siebzigerjahre zur Brust

genommen. Viel Spaß dabei.


Was sind Vintage Drums?

Der Begriff "Vintage" wurde ursprünglich im Zusammenhang mit alten Weinen verwendet und bedeutet "erlesen", "klassisch" oder "altehrwürdig". Mittlerweile begegnet einem das Wort in allen möglichen Bereichen, vor allem im Bereich der Musikinstrumente. Nun ist es aber nicht so, dass jedes alte Drumset automatisch das Etikett "Vintage" verdient. Es gilt nur für Hersteller, die erstens hochwertige Instrumente gefertigt haben und zweitens in enger Verbindung mit der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts stehen, wie unter Gitarren beispielsweise die Fender Stratocaster oder Gibson Les Paul.

Welches sind die bekanntesten Hersteller von Vintage Drums?

Zu den bekanntesten Herstellern von Vintage Drums zählen – Ringo sei Dank – in erster Linie die amerikanische Firma Ludwig sowie weitere US-Hersteller wie Rogers und Slingerland und die vor allem in Jazz-Kreisen sehr geschätzten Gretsch Drums. Aber auch europäische Firmen wie Premier (England) und das deutsche Traditionsunternehmen Sonor stehen bei Vintage-Sammlern hoch im Kurs.

Klingen Vintage Drums besser?

Über diese Frage streiten sich die Gelehrten seit Ewigkeiten, und das wird wohl auch immer so bleiben. Vintage-Fans loben den warmen, runden, charaktervollen Sound der alten Trommeln, während die Kritiker unrunde Kessel und ungleichmäßige Gratungen monieren. Fakt ist, dass viele alte Trommeln trotz einer Verarbeitung, die heutigen Ansprüchen nicht genügt, hervorragend klingen, vorausgesetzt allerdings, man beschäftigt sich in puncto Stimmung und Fellauswahl intensiv mit ihnen. Vermutlich spielt der natürliche Alterungsprozesses des Holzes auch eine wichtige Rolle. Das soll aber nicht darüber hinweg täuschen, dass es unter Vintage Drums auch "dogs" gibt, also Trommeln, die – egal, wie viel Zeit und Mühe man investiert – einfach nicht klingen wollen.

Warum sind Vintage Drums begehrt?

Ähnlich wie bei Vintage Guitars, kann man auch bei Vintage Drums davon ausgehen, dass ihr Wert im Laufe der Zeit steigt, wenn auch nicht in denselben Dimensionen wie bei den Gitarren. Somit sind sie natürlich für Sammler besonders interessant. Aber auch vor dem Hintergrund der deutlich spürbaren Retro-Welle in der Musik macht es Sinn, sich ein Vintage Drumset zuzulegen, um einerseits den originalen Sound und – mindestens ebenso wichtig – den authentischen Look auf der Bühne zu haben. Viele Musiker schätzen auch die inspirierende Atmosphäre, die entsteht, wenn man bei der Aufnahme-Session umgeben von alten Amps und Instrumenten ist.


Ludwig Drums

Die Ludwig Drum Company wurde 1909 von William F. & Theobald Ludwig gegründet. Sie eröffneten einen Drum Shop mit dem Namen Ludwig &

Ludwig in ihrer Heimatstadt Chicago. In den späten 1920er Jahren wurde das Unternehmen an C.G. Conn Instruments verkauft. William Ludwig führte

die Firma weiterhin für Conn, denen zu dieser Zeit auch die Leedy Drum Co. gehörte. Nach einiger Zeit beschloss William F. Ludwig, Conn zu verlassen

und eine eigene Firma zu gründen. Er konnte den Namen Ludwig jedoch nicht verwenden, da diese Marke nun Conn gehörte, die weiterhin Ludwig &

Ludwig-Trommeln vermarktete. 1937 kaufte William ein Fabrikgebäude und gründete die WFL Drum Company. Ironischerweise war WFL nun

Konkurrent von Ludwig & Ludwig. Conn Instruments begann Anfang der 1950er Jahre, die beiden Schlagzeugmarken Leedy und Ludwig zu einer Marke

zusammenzufassen, entschied sich jedoch später, das Schlagzeuggeschäft ganz aufzugeben. Im Jahr 1955 konnten William und sein Sohn Bill Jr. die

Marke Ludwig von Conn zurückkaufen. In den nächsten Jahren wechselte ihre Firma den Namen von WFL zu "Ludwig". Durch die „British Invasion“, vor

allem nach dem Auftritt der Beatles in der Ed Sullivan Show - Ringo Starr saß dort hinter einem Ludwig Drumset - , wurde Ludwigs Produktion enorm

angeheizt. Endorser wie eben jener Beatles-Drummer, Led Zeppelins John Bonham oder später Alex van Halen machten die Marke so populär, dass

teilweise rund um die Uhr produziert wurde. Noch heute sind Ludwig Drumsets aus den 60er Jahren ein Standard in Tonstudios und sicherlich die meist

aufgenommenen Drumsets der Welt. Das schlägt sich natürlich auch im Preis nieder, der im Vergleich zu den meisten anderen Marken grundsätzlich

etwas höher ist.


Das Ludwig Super Classic in 22“,13“,16“ ist ein absoluter Klassiker.

Gerade in Verbindung mit der Supraphonic Snare ist dieses Setup ein Garant für hervorragenden Drumsound
Das Ludwig Keystone Badge schmückt alle Kessel des Sets




1967 Ludwig Super Classic 22“ x 14“, 13“ x 9“, 16“ x 16“ in Blue Oyster Pearl

Dieses Mahagoni-Set wurde 1967 gebaut, im letzten Jahr vor der Umstellung der Kessel auf Ahorn. Die dreilagigen Kessel bestanden aus Mahagoni-

Pappel-Mahagoni, ähnlich den Slingerland Radio King Drums, mit abgerundeter Fellauflagekante und Verstärkungsringen. Ab 1968 begann Ludwig, auf

dreilagige Ahorn-Pappel-Ahorn-Kessel umzusteigen, die immer noch eine sehr abgerundete Fellauflage hatten, wodurch die Obertöne und das Sustain

gedämpft wurden. Ahorn klingt etwas heller als Mahagoni, der Sound lässt sich aber, insbesondere im Vergleich zu modernen Trommeln, als warm und

voll bezeichnen. Hier hört ihr aber nun den Mahagoni-Pappel-Mahagoni Kessel, der, wie zu dieser Zeit typisch, von innen weiß lackiert wurde.


Das Ludwig Vistalite in Clear ist ein Klassiker unter den Acryl Drums



1976 Ludwig Vistalite 22“ x 14“, 13“ x 9“, 16“ x 16“ in Clear

Vistalite Drums wurden 1972 von Ludwig eingeführt. Der Name Vistalite bezieht sich auf den durchsichtigen Acryl-Kunststoff, aus dem die Kessel

hergestellt wurden, die eine synthetische Alternative zu Holzkesseln boten und vor allem von John Bonham populär gemacht wurden. Die Trommeln

waren in verschiedenen Farben erhältlich, wobei Clear und Blue die größten Verkaufsschlager waren. 1976 erweiterte Ludwig sein Sortiment um

"Rainbow"-Vistalites mit mehrfarbigen Kesseln, wobei "Tequila Sunrise" eine der beliebtesten Kombinationen war.


Ihr prägnanter Sound konnte sich mit klaren Black Dot Fellen am besten entfalten
Die durchsichtigen Kunststoffkessel bieten einen durchsetzungsstarken Sound



Im Jahr 2001 brachte Ludwig neue Vistalite-Trommeln auf den Markt, die vor allem mit einer Nachbildung des von John Bonham gespielten fünfteiligen

Amber-Kits beworben wurden. Die Re-Issue Shells sind etwas dicker und werden, im Vergleich zu den Originalen, als wärmer und resonanter klingend

beschrieben. Vistalites sind im Allgemeinen wesentlich lauter als herkömmliche Trommeln und haben weniger Obertöne. Der Klang kann als trocken,

aber druckvoll und hervorstechend beschrieben werden. Für die Sound-Beispiele haben wir das Vistalite mit Remo CS Black Dot Fellen versehen, um

den klassischen Vistalite-Sound zu erzielen.

 


Slingerland Drums

1948 Slingerland Radio King 24“ x 14“, 13“ x 9“, 16“ x 16“ in White Marine Pearl

Die Slingerland Banjo Company wurde 1923 von Mitgliedern der Familie Slingerland, wie auch Ludwig, in Chicago gegründet. Der erste Katalog erschien

1928 mit Tube-Lug Snare Drums sowie großen Bass Drums in verschiedenen Pearl- und Sparkle-Ausführungen. Die berühmten Radio King Drums

erschienen erstmals im Jahr 1936. Auf diesen Schlagzeugen war der markante „Slingerland Radio King“ Schriftzug in die Metallreifen eingeprägt oder

eingraviert. Gene Krupa, der "King of Swing", wurde Slingerlands erster und berühmtester Endorser. Er ist auch verantwortlich für die Einführung der

voll stimmbaren Tom Toms. Vor 1936 konnten Tom Toms nur von oben gestimmt werden, was den Stimmbereich deutlich einschränkte. Krupa

ermutigte Slingerland, nun auch auf der Unterseite der Toms Böckchen mit Stimmschrauben zu montieren, damit die Trommeln ihre gesamte tonale

Qualität entfalten konnten.


Mächtige Bass Drum und warm klingende Toms – Das Radio King Set besticht durch besonders vollen Sound.
Die einfach geflanschten Spannreifen schmückt der Radio King Schriftzug
Durch das Cloud Badge lässt sich das Set auf die späten 1940er Jahre datieren
Trotz seines Alters ist das Set in makellosem Zustand
 







Das hier angespielte Set stammt aus dem späten Vierzigerjahren und ist mit einem sogenannten Cloud Badge versehen. An den dreilagigen Mahagoni-

Pappel-Mahagoni-Kesseln mit Ahorn-Verstärkungsringen sind mithilfe der formschönen Beavertail-Böckchen einfach geflanschte Spannreifen montiert,

die eben jener Schriftzug schmückt. Das alte Mahagoniholz verleiht den Trommeln einen sehr warmen Klang.

Das Design der Sound King Drums war Slingerlands Schritt in die Moderne


1972 Slingerland Sound King 22“ x 14“, 13“ x 9“, 16“ x 16“ in Black Diamond Pearl

Slingerland veränderte 1955 mit der Einführung der neuen Sound King-Hardware grundlegend das Aussehen seiner Drums. Das für damalige

Verhältnisse futuristische Design verlieh den Sound King Drums ein einzigartiges und modernes Aussehen und bedeutete gleichzeitig den Schritt von

der großen Jazz- und Big Band Ära in das neue Zeitalter des Rock & Roll. Die neue Hardware enthielt „Stick Saver“ Messingreifen, die zur Innenseite der

Trommel geflanscht sind. Anfangs war die Kesselkonstruktion genau wie beim Radio King, später wurden jedoch dreilagige Ahorn-Pappel-Ahorn-Kessel

mit Verstärkungsringen verwendet. Diese Trommeln klingen etwas heller und fokussierter. Die Konstruktion der Sound King Drums ähnelt der der Super

Classic Serie von Ludwig, und auch klanglich liegen die Sets nah beieinander, wie man in den folgenden Beispielen hört.



Auch wenn Slingerland nie den Umsatz von Ludwig erreichen konnte, waren die Drums doch Teil der Rock & Roll Ära
 
 


Japan Import Drumsets

1960’s Swingstar 20“ x 14“, 12“ x 8“, 14“ x 14“ in Fantasia Pearl

Die großen US-Firmen Ludwig, Gretsch, Slingerland, Rogers und Camco bauten in den Sechzigerjahren unglaublich viele Trommeln, die damals den

qualitativ höchsten Standard boten. Da dies auch seinen Preis hatte, überfluteten japanische Firmen mit billigeren Kopien dieser gefragten Drumsets

den amerikanischen Markt. Während der British Invasion suchten Eltern nach erschwinglichen Student-Drumsets, um ihren Kindern den Einstieg in die

Welt der Rock- und Popmusik möglich zu machen. Eine Handvoll Fabriken in Asien stellte die Kessel her, die unter verschiedenen Markennamen

importiert wurden. US-Mercury, Stewart, Apollo oder Majestic sind nur einige Namen einer endlosen Liste.



Ein echter Blickfang. Das Finish erinnert an Bilder von van Gogh.
Die Kessel sind sehr dünn und leicht, der Sound voll und warm
Die Bass Drum hat nur sechs Stimmschrauben pro Seite und Spannreifen aus Plastik


Die Qualität vieler Sets, insbesondere der Hardware, war ziemlich miserabel, aber einige klingen wirklich gut. Später verschwand ein Großteil der

Marken, die Qualität der Trommeln verbesserte sich und Firmen wie Tama, Pearl und Yamaha blieben im Geschäft. Dieses Drumset ist von Swingstar,

einer Firma, die schließlich zu Tama wurde. Die Kessel sind aus dünnem Luan-Holz, der philippinischen Version des Mahagoni, gefertigt, und das

Fantasia Pearl Finish ist ein echter Blickfang. Die Qualität der Hardware ist nicht besonders gut, die Spannreifen der Bass Drum bestehen gar aus Plastik,

aber für seinen Preis von unter 300€ ist das Kit klanglich wirklich hervorragend.







Sonor

1970’s Sonor Champion 22“ x 14“, 13“ x 9“, 16“ x 16“ rewrapped in Scandi Birch Grain

Johannes Link, der Gründer von Sonor, wurde 1848 in Forheim, einem kleinen bayerischen Dorf in der Nähe von Augsburg, geboren. Er begann seine

Karriere als gelernter Drechslergeselle und Ledergerber. 1875 eröffnete er die Trommelfabrik Weißenfels, in der er einfache militärische Trommeln und

Pergamente fertigte. Bis 1888 erweiterte Johannes Link das Sortiment um Schlaginstrumente wie Pauken, Tamburine und Spielzeug für Kinder. Um die

Jahrhundertwende beschäftigte man bereits mehr als 50 Arbeiter und war damals der größte Hersteller von Trommeln und Zubehör in Europa. Zur

selben Zeit stellte die Firma auch ihre Version des Bassdrum-Pedals vor. Ein Vierteljahrhundert später, im Jahre 1925, feierte Sonor sein fünfzigjähriges

Bestehen und war damals mit 145 Arbeitgebern eines der größten Unternehmen seiner Art.



Nach aufwändiger Restaurationsarbeit erstrahlt es in neuem Glanz
Die ansehnliche Holzmaserung ist ein guter Vorgeschmack auf die wohlklingenden Buchenkessel
Made in Germany“ - Das Sonor Champion ist noch heute ein gefragtes Set



Nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete Sonor 1950 im nordrhein-westfälischen Bad Berleburg eine Fabrik in der Bundesrepublik Deutschland, was den

Beginn einer neuen Ära markierte. In den Fünfziger- und Sechzigerjahren wurden die Drums immer besser und erreichten eine Qualität, die denen der

gefragten amerikanischen Drums ähnelte. Zu dieser Zeit spielten Jazzstars wie Kenny Clarke, Connie Kay oder Lionel Hampton Sonor Drums, und die

berühmten Teardrop- und Champion- sowie ab den 1970er Jahren die Swinger- und Phonic Drums traten ihren Siegeszug an. Natürlich darf auch in

unserem Artikel kein deutsches Drumset fehlen. Dieses Champion-Set in 22, 12 und 16 Zoll mit sechslagigen Buchenkesseln und abgerundeten

Fellauflagekanten wurde aufwändig restauriert und mit einem Birkenfurnier neu umhüllt.


Im Herzen von Stockholm befindet sich das Paradies für Vintage-Enthusiasten.
Auch Drumsets der Hamburger Firma Trixon gibt es dort zu kaufen
Seltene Finishes wie dieses Slingerland in Capri Pearl findet man hier im Topzustand



Kauftipps für Vintage Drums

Wenn auch ihr Lust auf Vintage Drums bekommen habt, fragt ihr euch sicherlich, wie ihr an qualitativ hochwertige und gut erhaltene Instrumente

kommt. Natürlich gibt es mittlerweile einige Händler, die sich auf Vintage Drums spezialisiert haben. In Deutschland ist das zum Beispiel die

Drumstation Maintal, besonders „Hellstone Music“ in Stockholm hat eine unglaubliche, wenn auch sehr teure Auswahl an teilweise sehr seltenen

Sammlerstücken. Natürlich sind auch Online-Marktplätze wie ebay oder reverb.com immer eine gute Adresse für Vintage Drums. Ihr solltet dort aber

unbedingt auf gute und aussagekräftige Fotos achten und bei internationalen Angeboten bedenken, dass bei einem Versand von außerhalb der

Europäischen Union noch Einfuhrabgaben zum Preis dazukommen. Besonders ans Herz gelegt sei euch das Vintage Drum Meeting oder die

CrashIt Messe in Mannheim

über die wir auch immer wieder berichtet haben. Dort könnt ihr mit privaten und gewerblichen Händlern ins Gespräch kommen, die Instrumente

genau begutachten, anspielen und erwerben.






 

 

LUDWIG vs. SLINGERLAND



William F. Ludwig


H.H. Slingerland  

Bill Ludwig II


Bud Slingerland  


Ein Garant für verrückte Geschichten war die lang anhaltende Fehde zwischen William F. Ludwig und Henry H. Slingerland bzw. ihren Söhnen Bill

Ludwig II und Bud Slingerland. Das ganze begann der Legende nach dadurch, dass die Ludwig und Ludwig Drum Company der Meinung war, sie müsse

Banjos bauen, was zur Folge hatte, dass die Slingerland Banjo Company damit begann Schlagzeuge zu bauen. Die Ironie des Schicksals war aber, dass

als der Banjomarkt zusammenbrach, Ludwig fast daran zerbrach, wobei Slingerland durch die Schlagzeugproduktion überlebte und zeitweise Ludwigs

härtester Mitbewerber wurde.

Hier einige Highlights dieses Familienkrieges:

„The Great Crosstown Head Race"

Über die gesamten 50er Jahre lieferten sich Bill Ludwig II und Bud Slingerland ein Rennen quer durch Chicago. Die beiden Hauptlieferanten, die

American Rawhide Manufacturing Company (AMRAWCO) und White Eagle Rawhide Manufacturing Company, hatten die Vereinbarung getroffen, die

beiden Konkurrenten zeitgleich bei Fertigstellung einer Produktion zu informieren. In dieser Zeit war die Auswahl der Felle ein beachtliches Kriterium für

den Klang einer Trommel. So ließen die beiden Streithähne alles liegen und stehen, um als erstes bei der Fellgerberei einzutreffen. Der Sieger konnte

gemütlich die besten Felle auswählen, während der Unterlegene in der Rezeption warten musste bis sein Widersacher seine Auswahl beendet hatte.

Natürlich versuchte dieser möglicht viele fehlerhafte Felle mit Salzflecken und Minnilöchern zurückzulassen. Mit der Einführung der Kunststoffelle kam

das Ende der Naturfelle schneller als es sich irgendjemand erträumt hätte. Damit hatte auch dieses besondere Ritual ein Ende, was Bill Ludwig II jedoch

später bedauerte, da er die Auswahl der Felle als einen großen Vorteil gegenüber seiner Mitbewerber sah, den es nicht mehr gab.



Der Besuch in der Schweiz

Es ist immer wieder eine heiß diskutierte Frage, wer die Kunststoffelle zuerst erfunden hat. Bis heute nimmt die Firma Evans für sich in Anspruch, die

ersten gewesen zu sein. Vermutlich kann man das auch so stehen lassen, da es wohl die erste Konstruktion war, die sowohl technisch als auch

kommerziell funktionierte. Sicher haben schon Andere vor Chick Evans in verschiedenen Teilen der Erde mit alternativen Bespannungen experimentiert,

so gibt es Patentschriften aus der frühen Zeit des 19. Jahrhunderts von zum Beispiel einer Bespannung aus doppellagigen Leinen, getränkt in einer

Wasser abstoßenden Substanz sowie einer aus einer dünnen Metallschicht. Gerichte kamen schlussendlich zur Erkenntnis, dass mehrere Erfinder zur

gleichen Zeit an einer Idee unabhängig voneinander arbeiteten. Eine weitere interessante Frage ist jedoch die, nach der Befestigung dieser Fellfolie, da

beim Spannen der Felle eine Zugbelastung von 1000 Kilo und mehr auftreten kann. Hierbei herrschen zwei Methoden vor:


Zum einen die, dass die Fellfolie in einen Metallreifen gelegt wird und mit Gießharz ausgegossen wird. Diese Methode wird nach wie vor von Remo

favorisiert, die Deutsche Firma RKB (Reichelsheimer Kunststoffbetriebe Dingeldein & Grosh OHG) beantragte für dieses Verfahren 1961 ein

Gebrauchsmuster beim Deutschen Patentamt. Die andere Methode ist die, die Folie um einen Stab zu wickeln und sie in einem Ring rein mechanisch

gegeneinander zu verschränken. Dieses Verfahren wird bis Heute von Ludwig verwendet. Ludwig meldete diese Methode 1959 in den USA zum Patent

an. Diese ersten Ludwig Kunststoffelle hießen zunächst „Ludwig Playon". Die zweite Generation wurde 1961 unter dem Namen „Weather Master"

eingeführt. Nun kopierte Mitte der 60er Jahre die Firma Solar, eine Tochterfirma von Slingerland genau dieses Verfahren. Bill Ludwig II zog

selbstverständlich 1965 vor Gericht. Im Verfahren selber versuchte Bud Slingerland nachzuweisen, dass Ludwig überhaupt kein gültiges Patent für

dieses Verfahren besitze, da er diese Erfindung im Juni 1958 im Musikgeschäft Hug in Zürich, in der Schweiz gesehen hätte. Die beiden Felle die er dort

gekauft hatte, trugen den Stempel Imperial.


Die Firma Imperial Schlagzeuge gehörte dem ehemaligen Schreibmaschinenmechaniker Oskar Bauer. Herr Bauer wiederum hatte die Idee

Bespannungen aus Kunststoff zu fertigen. Er beauftragte damit den Metalldrücker Walter Gassmann. Metalldrücker stellten zum Beispiel Siebe oder

Lampenschirme her. Sie waren somit Profis in Sachen Folien oder Netze in Metallreifen zu drücken. Ludwig leugnete selbstverständlich seine

Anwesenheit in der Schweiz für den betreffenden Zeitraum. Er argumentierte, dass er durch ein Verfahren aus dem Zugbau inspiriert wurde, bei dem

die Fenster nach einem ähnlichen Prinzip befestigt wurden. Sein Pass wurde beschlagnahmt, mit dem Ergebnis, dass er sich in dem betreffenden

Zeitraum tatsächlich in der Schweiz aufgehalten habe. Herr Gassmann musste vor Gericht seinen ersten Lieferschein an Bauer vorzeigen. Die Diskussion

über Mr. Ludwigs Schweiz-Aufenthalt zog sich über mehr als ein Jahr hin, was auch eine beträchtliche Summe an Geld verschlang. Schlussendlich

entschied der Richter gegen Bill Ludwig II, nicht so sehr wegen Herrn Bauer, sondern weil es das Prinzip schon Lange vorher in anderen Bereichen, wie

zum Beispiel dem Zugbau oder bei Oma´s Kaffeesieb gab.




William F. Ludwig



H.H. Slingerland  



Bill Ludwig II



Bud Slingerland  



 


LUDWIG vs. SLINGERLAND


William F. Ludwig

H.H. Slingerland

Bill Ludwig II

Bud Slingerland


A guarantor for crazy stories was the long feud between William F. Ludwig and Henry H. Slingerland or their sons Bill Ludwig II and Bud Slingerland. Legend has it that the Ludwig and Ludwig Drum Company believed they had to build banjos, which meant that the Slingerland Banjo Company started making drums. The irony of fate, however, was that when the banjo market collapsed, Ludwig almost broke it, whereby Slingerland survived through drum production and at times became Ludwig's toughest competitor.


Here are some highlights of this family war:

"The Great Crosstown Head Race"

Delivered throughout the 50s Bill Ludwig II and Bud Slingerland had a race across Chicago, with the two main suppliers, the American Rawhide Manufacturing Company (AMRAWCO) and White Eagle Rawhide Manufacturing Company
Agreement reached to inform the two competitors at the same time when a production was completed. During this time, the selection of the skins was a considerable criterion for the sound of a drum. So the two brawlers left everything standing still to be the first to arrive at the tannery. The winner was able to choose the best skins comfortably, while the loser had to wait in the reception until his opponent had finished his selection, of course he tried to leave as many faulty skins as possible with salt stains and mini holes. With the introduction of plastic skins, the end of natural skins came faster than anyone would have imagined. This ended this special ritual, which Bill Ludwig II later regretted because he saw the selection of the skins as a great advantage over his competitors that no longer existed.


The visit to Switzerland

It is always a hotly debated question who invented the plastic cell first. To is today Evans claims to have been the first. You can probably leave it that

way, since it was probably the first construction that worked both technically and commercially. Before Chick Evans, others have certainly experimented

with alternative coverings in different parts of the world, for example there are patents from the early 19th century, for example coverings made of

double-layered linen, soaked in a water-repellent substance and made of a thin metal layer . Courts eventually realized that several inventors were

working on an idea independently at the same time. Another interesting question, however, is that of attaching this skin film, since a tensile load of 1000

kg and more can occur when the skin is stretched. There are two main methods here: First, that the fur film is placed in a metal tire and poured out with

casting resin. This method will still favored by Remo, in 1961 the German company RKB (Reichelsheimer Kunststoffbetriebe Dingeldein & Grosh OHG)

applied for a utility model at the German Patent Office. The other method is to wrap the foil around a rod and to interlock it mechanically in a ring. This

method is still used by Ludwig today. Ludwig registered a patent for this method in the United States in 1959. These first Ludwig Kunststoffelle were

initially called "Ludwig Playon". The second generation was introduced in 1961 under the name "Weather Master". In the mid-1960s, Solar, a subsidiary

of Slingerland, copied exactly this process. Of course, Bill Ludwig II went to court in 1965. In the proceedings themselves, Bud Slingerland tried to prove

that Ludwig had no valid patent for this method at all, since he had seen this invention in June 1958 in the Hug music shop in Zurich, Switzerland. The

two skins he bought there had the stamp Imperial. Imperial Schlagzeuge belonged to the former typewriter mechanic Oskar Bauer. Mr. Bauer, in turn,

had the idea of ​​making plastic coverings. He commissioned the metal handle Walter Gassmann. Metal pushers, for example, made sieves or

lampshades. They were therefore professionals when it came to printing foils or nets in metal tires. Of course Ludwig denied his presence in Switzerland

for the period in question. He argued that he was inspired by a train-building process in which the windows were attached using a similar principle. His

passport was confiscated, with the result that he had actually been in Switzerland during the period in question. Mr. Gassmann had to show his first

delivery note to Bauer in court. The discussion about Mr. Ludwig's stay in Switzerland went on for more than a year, which also cost a considerable

amount of money. Finally I decided the judge against Bill Ludwig II, not so much because of Mr. Bauer, but because the principle had existed long before

in other areas, such as train construction or Grandma's coffee strainer.



 



Neue Sounds made in USA

Die neue Mittelklasse:

Einstieg in die Ludwig USA Drums

von Ralf Mikolajczak, 13. Juli 2019


(Bild: Dieter Stork)


Mit den Drums der „Neusonic“-Serie hat Ludwig den Working Drummer im Fokus und bietet diesem einen neuen Ludwig-Sound „Made in

USA“. Klanglich variabel einsatzfähige Drums, robust gefertigt für den Einsatz on the road – und das alles in Ludwig-USA-Qualität zu einem

fairen Preis: Das klingt ambitioniert – widmen wir uns also den Ludwig-Neusonic-Drums im Detail.

Ein dünner Hybrid-Kessel aus Ahorn und Kirsch ist die erste Zutat zum Neusonic-Konzept. Die Kesselaußenseiten sind foliert und trotzen damit allem

Ungemach, was dem Working Drummer bei Gig und Transport so begegnen kann. Coral Red, Cortex Black, Skyline Blue, Sugar Maple und Aspen White

(Test-Set), sind eine interessante Auswahl an erhältlichen Folien-Finishes. Eine Ausstattung mit verlässlichen Hardware-Teilen ist ebenfalls ein Muss.




Zwei konfigurierte Shell Sets stehen zur Auswahl, die Trommelgrößen entsprechen den beliebtesten Maßen. Als Einzeltrommeln gibt es die Bassdrums

in 20″ x 14″ und 22″ x 16″, Floor-Toms in 14″ x 14″ und 16″ x 16″ und Toms in den Größen 10″ x 7″, 12″ x 8″ und 13″ x 9″, so dass die Shell-Sets für

individuelle Zusammenstellungen auch ergänzt werden können. Snaredrums sind in der „Neusonic“- Serie nicht enthalten, doch da bietet Ludwig ja ein

riesiges Programm in allen Preiskategorien.


Technisches

Die Kessel aller Instrumente des Neusonic-Shell- Set besitzen die gleiche ca. 4,7 mm starke Konstruktion (inklusive Folienlage). Drei Außenlagen aus

Ahorn werden mit drei inneren Lagen aus Kirsche kombiniert. Die superdünne Folie (ca. 0,2 mm!) wird schon bei der Herstellung des Kessels mit

eingebaut, also quasi wie eine Kessellage behandelt. Dementsprechend vollflächig ist sie verklebt. Das garantiert einen guten Sitz, so dass die Nahtstelle

der Folie sauber auf Stoß gesetzt werden konnte und kaum zu erkennen ist. Die Bassdrum-Spannreifen sind auf beiden Seiten ebenfalls passend zum

Finish foliert. Die Ränder der Spannreifen zeigen harte Kanten, das sei der Vollständigkeit halber erwähnt. Innen präsentieren sich die Kessel unseres

Test-Sets mit schön gemaserten Furnieren aus Kirsche. Die Oberflächen zeigen einen sauberen Feinschliff und die Nahtstellen sind exakt formschlüssig

ausgeführt. Die Gratungen sind präzise geschnitten, zeigen einen minimalen Gegenschnitt und sind also mit weit außenliegender, spitzer Auflagekante

gestaltet. Die Innenabschrägung ist in einem 45-Grad-Winkel ausgeführt. Alle Gratungen sind eben und parallel gesetzt. Die Kessel sind präzise rund und

weisen kaum eine Toleranz in den Durchmessern und den Wandstärken auf. In Sachen Verarbeitung wurde hier also sehr gute Arbeit geleistet.


Gute Arbeit: dünner Kessel mit präzise geschnittener Gratung (Bild: Dieter Stork)



Die Atlas-Halteböckchen für die Tom-Aufhängung und die Floor- Tom-Beine muss man selber anschrauben – sofern dass nicht der freundliche

Fachhändler übernimmt. Die Böckchen sind hier etwas modifiziert, da sie direkt an den Kessel geschraubt werden. Die Bassdrum-Spitzen sind in der

Höhe nicht einstellbar, aber so angebracht, dass eine sinnvolle waagerechte Position mit montiertem Bassdrum-Pedal entsteht.

Das schlanke Design der Spitzen ist elegant, und sie halten die Trommel auch bei kerniger Spielweise sicher in Position. Natürlich kann von Gummi-Fuß

auf Metallspitze umgestellt werden. Zum Transport werden die Spitzen umgeklappt und sicher an der Aufnahme fixiert. Die „Mini

Classic“-Spannböckchen sind mit Gummi isoliert an den Kesseln montiert. Die Stimmschrauben und Gewindehülsen laufen sauber ineinander, so dass

man die Drums präzise stimmen kann. Die bekannten Ludwig-Metall-Spannreifen für Tom und Floor-Tom überzeugen ebenfalls mit solider Qualität und

guter Verchromung. Abgerundet wird die Ausstattung durch Remo -Felle „Made in Taiwan“.


Cooler Look in Seidenmatt-Weiß und Chrom


Solide und doch flexibel aufgehängt


Die modifizierten Atlas-Böckchen sitzen direkt am Kessel.


Bassdrum-Spitzen mit vorgegebener Höheneinstellung



Klangliches

Die dünnen Neusonic-Kessel bieten eine direkte Ansprache und entwickeln sofort das volle Klangpotential. Der Attack ist dank der Kombination aus

Ahorn und Kirsche sehr prägnant und bietet eine gute Projektion. Die Klangfärbung ist knackig, hell, nicht zu spitz und entwickelt auch einen guten,

mittigen Punch. Das Sustain ist voll und ausgeprägt in den Mitten und aufgeräumt im Bass. Der Ton ist schön singend, verklingt allerdings auch recht

zügig mit kontrolliert ausblendendem Sustain. Somit wirkt der Sound eher „modern“ als „vintage“, hat aber durchaus einige Qualitäten des typischen

Ludwig-Charakters. Die dynamische Bandbreite ist ordentlich, eine dezente Spielweise geht durchaus, auch wenn der Sound dann leicht Attack-betont

ist.


Mini-Classic-Lugs und leichte Guss-Klauen (Bild: Dieter Stork)



Schon eine lockere Spielweise liefert dann die richtige Kombination aus Attack und Sustain für einen Drum-Sound, der mit einer gewissen Autorität über

die Rampe kommt. Richtig reinhalten geht auch, die dynamische Grenze nach oben ist weit offen. Die 20″-Bassdrum macht in diesem Kontext mehr

Druck als erwartet, und man kann damit schon gut rocken. Heavy-Styles fordern allerdings mehr Hubraum – oder zumindest eine Mikrofon-Abnahme.

Auch wenn Tom und Floor-Tom die etwas höheren, offen gestimmten Sounds bevorzugen, hat das Set doch eine gesunde Bandbreite für mögliche

Stimmungen aufzuweisen. Daher lässt es sich im Rahmen des Klangcharakters recht flexibel gestalten und es kann das weite Feld von Pop bis Rock

solide bedienen.


Fazit

Die Ludwig-Neusonic-Drums bieten eine grundsolide Verarbeitung und eine kompromisslos auf das Wichtigste fokussierte Ausstattung. Die Hybrid-

Kessel aus Ahorn und Kirsche liefern Sounds mit markantem Attack und kontrolliertem Sustain. Das Ganze hat eindeutige Ludwig-Gene, allerdings auch

genug von einem modernen, eigenständigen Charakter ohne dabei zu spezifisch zu sein. Deshalb lässt sich innerhalb dieser Vorgaben der Klang flexibel

an verschiedenste Pop/Rock-Genres anpassen. Es macht Spaß, das Test-Set zu spielen, denn es klingt teurer als es tatsächlich ist und sieht im

seidenmatten Aspen-White- Finish auch cool aus. Ein persönlicher Test ist sowohl für den ambitionierten Einsteiger als auch für den Profi auf der Suche

nach einem günstigen Zweit-Set lohnenswert.


Facts

Hersteller

Ludwig

Herkunftsland

USA

Serie

Neusonic

Kessel

Ahorn/Kirsche Hybrid, sechs Lagen, ca. 4,7 mm stark (inkl. Folie), Gratung ca. 45 Grad mit spitzer Auflagekante

Größen (Testset)

20″ x 14″ Bassdrum, 12″ x 8″ Tom, 14″ x 14″ Floor-Tom

Oberfläche

foliert, Aspen White (Test-Set)

Vertrieb

Fentex Percussion

Internet

ludwig-drums.com

fentex-percussion.com

Preis (UvP)

Ludwig Neusonic Shell Set (20″ BD, 12″ TT, 14″ FT): ca. € 1.399,–





drummer @ work

Interview:

Andree Schneider auf den Spuren von Deep Purple

von Axel Mikolajczak, 30. August 2019



Demon’s Eye sind sicherlich eine der besten „Deep Purple Tribute Bands“ Europas und für viele sogar

schlichtweg die No. 1, wenn es um die Performance der legendären Purple-Songs geht. Pünktlich zum 50-

jährigen Jubiläum der Hardrock-Legende Deep Purple können Demon’s Eye selbst ihr 20-jähriges Bestehen

feiern.



Aktuell sind Demon’s Eye noch von September bis November 2019 mit ihrem Programm

“The Purple Rainbow Tour – Celebrating Deep Purple and Rainbow Classics)” unterwegs.


Von Beginn an sorgte das aktuell letzte verbliebene Gründungsmitglied, Drummer und Manager Andree Schneider, bei Demon’s Eye dafür, dass die

typischen Deep-Purple/Ian-Paice Grooves und Fills auch adäquat und stilgetreu über die Rampe kommen. Und dass er selbst auch sehr coole Ideen für

solide Hardrock-Grooves und clever gesetzte Fills hat, beweist er auf den beiden von ihm produzierten CDs „Under The Neon“ (2015) und „The Stranger

Within“ (2011), die Demon’s Eye mit eigenen Songs als inspirierte Hardrock-Band präsentieren. Für diese beiden CDs hat man als Sänger Doogie White

gewinnen können, der auch als Sänger von Rainbow, der Band des ehemaligen Deep-Purple-Gitarristen Ritchie Blackmore, zu überzeugen wusste.

Und ihre Eigenständigkeit als Band beweisen Demon’s Eye auch live dadurch, dass sie einerseits die klassischen Purple-Songs punktgenau

interpretieren, andererseits in den teils ausgedehnten Instrumental-Parts und oft entstehenden Guitar/Organ- Battles ihrer eigenen Kreativität freien

Lauf lassen – was übrigens ihr kritisches Publikum von meist Hardcore-Purple-Fans durchaus zu schätzen weiß.




Interview

Andree, was unterscheidet deiner Meinung nach Demon’s Eye musikalisch von anderen Tribute-Bands?

Andree Schneider: Vor allem, dass wir nicht nur sehr originalgetreu covern können, sondern auch dadurch, dass wir zwei ausgezeichnete Solisten haben,

die in der Lage sind, frei zu improvisieren, und so den Songs auch eine eigene Note geben können. Außerdem haben wir auch zwei Alben mit eigenen

Songs aufgenommen. Dadurch haben wir uns den Traum erfüllt, uns als Band auch mal abseits der Tribute-Band-Szene präsentieren zu können. Was

das Covern der Deep-Purple-Songs angeht, so orientieren wir uns am Repertoire bzw. den Interpretationen der 70er- Jahre, als in den instrumentalen

Solo-Parts noch viel mehr improvisiert wurde. Das sorgte auch für sehr viel Abwechslung, und genau das wollen wir auch erreichen. So hat auch das

Publikum mehr Spaß am Konzert. Wir haben mittlerweile Fans, die zu fast jedem Konzert von uns kommen, weil sie wissen, dass es bei uns jeden Abend

was Neues geben kann. So ist unsere Version von „Mistreated“ an einem Abend mal 12 Minuten lang und an einem anderen Abend auch mal 20. Und

das macht es auch für mich als Drummer nach nunmehr 20 Jahren immer noch jeden Abend interessant und spannend. Natürlich bringen wir das Song-

Gerüst so originalgetreu wie möglich rüber, sowohl spielerisch als auch vom Sound. Das richtige Equipment, um das zu realisieren, ist uns ebenfalls sehr

wichtig. Noch wichtiger ist allerdings, dass du in der Band gute Musiker hast, die das alles auch richtig gut spielen können, sonst wird es schnell peinlich.

Andree, woher kommt dein Faible für das Schlagzeugspiel und insbesondere das Drumming von Ian Paice auf den Deep-Purple-Alben?

Andree Schneider: 1982 habe ich im Plattenschrank meines Bruders Michael Deep Purples „Made In Japan“ entdeckt und mir angehört. Fortan war ich

ein riesiger Deep-Purple- und Ian Paice-Fan. Ich wollte unbedingt ein Instrument spielen, und weil ich von dem, was Ian da am Schlagzeug anstellte, total

begeistert war, wollte ich das auch machen! Ich bin dann also den gleichen Weg wie wohl die meisten Drummer gegangen und habe erst mal am

selbstgebastelten „Drumkit“ gespielt. Das war so ein Ding aus einer Waschpulver-Papptrommel, Blechdeckeln und Tupperware-Schüsseln.

Im September 1983 habe ich dann auf der Silberhochzeit meiner Eltern spontan erstmalig an einem echten Drumset gesessen. Zu vorgerückter Stunde

habe ich all meinen Mut zusammengenommen und den Drummer gefragt, ob ich denn auch mal spielen dürfte. Und das hat sogar schon richtig gut

geklappt. Ich hab einen einfachen Rhythmus gespielt, und der Keyboarder ist direkt drauf eingestiegen und hat mitgespielt. Und alle haben sich

gewundert, woher der Junge denn Schlagzeug spielen konnte.

Eine Woche später stand Georg Haßa, der Drummer der Hochzeits- Band, plötzlich unangemeldet mit einem Samson-Drumkit vor der Haustüre und

meinte zu meinen Eltern: „Der Junge hat Talent, der sollte das richtig lernen. Ich gebe ihm auch gerne Unterricht. Das Schlagzeug lass ich jetzt erst mal

hier und hol das in drei Wochen wieder ab, falls ihr das dann nicht mehr wollt.“ Ich hatte dann drei Wochen lang Weihnachten und Geburtstag am Stück.

(lacht) Also habe ich dann nicht nur Schlagzeugunterricht bekommen, sondern meine Eltern haben mir dann auch gleich noch das Drumset gekauft!



(Bild: Dieter Stork)


Ich hatte dann auch so ca. 40 Stunden Schlagzeugunterricht, in dem ich auch Notenlesen gelernt habe. Aber ich muss sagen, dass ich anschließend,

während ich mit Bands gespielt habe, viel mehr gelernt habe als im Unterricht, weil ich halt nicht so der Schlagzeugtheoretiker, sondern eher der

Schlagzeugpraktiker bin. (lacht) Meine erste richtige Band hatte ich dann mit 17, das war Avalone aus Siegen, eine Hardrock-Band. Danach folgten

Willow, eine sehr gute Heavy Rockband mit einer tollen Sängerin, dann Wycked und dann die Slack Suckers, mit denen wir auch ein Album

aufgenommen haben, auf das ich heute noch stolz bin. Das war meine erste und bislang letzte Begegnung mit einer noch härteren Gangart, nämlich

Thrash Metal. Wenn ich mir das jetzt nach fast 25 Jahren anhöre, dann bin ich erstaunt, was ich damals alles so mit dem Schlagzeug angestellt habe. Hat

echt Spaß gemacht!

Schließlich kam es dann 1998 zur Gründung von Demon’s Eye. Während der Zeit mit Demon’s Eye hatte ich auch noch die Band The Hendrix gegründet,

in der ich von 2004 bis 2007 getrommelt habe und die auch nur in dieser Zeit existierte. Demon’s Eye begann eigentlich als Spaßprojekt. Als wir dann

nach einigen Auftritten merkten, hoppla, das geht hier ja richtig los, und dass wir Auftritten nicht mehr hinterherrennen mussten, sondern reichlich

angeboten bekamen, und dass wir damit sogar Geld verdienen konnten, da ist das zu meinem Schwerpunkt geworden und im Laufe der Zeit immer

mehr gewachsen.

2004 ging das dann in den semiprofesionellen Bereich, so dass ich mich entschlossen habe, mit meinem bürgerlichen Job kürzer zu treten und dort nur

noch zwei Tage in der Woche zu arbeiten und ansonsten mein Geld mit Demon’s Eye zu verdienen. Und das läuft seitdem sehr gut.



(Bild: Dieter Stork)


Was ist denn dein „bürgerlicher Beruf“?

Andree Schneider: Ich hatte eine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellter absolviert und dann auch noch eine weitere dreijährige Ausbildung für den gehobenen Dienst, allerdings als Angestellter und nicht als Beamter, sonst hätte ich wohl auch die Teilzeit-Möglichkeit gar nicht bekommen. Ich musste mich an einem gewissen Punkt, als Demon’s Eye immer mehr Auftritte bekam, dazu entscheiden, weil das dann mit meiner Vollzeitstelle in einer Gemeindeverwaltung nicht mehr vereinbar war. Und da mir die Musik so viel bedeutet, habe ich mich zu diesem Schritt entschlossen. Da ich allerdings auch weiß, dass Musik ein nicht allzu sicheres Geschäft ist, ist es so für mich eine ideale Lösung, denn so bin ich nicht total aus der Sicherheit eines „normalen“ Berufs heraus. Das funktioniert jetzt seit über 14 Jahren bestens.

Bei Demon’s Eye bist du nicht nur der Drummer, sondern auch der Manager.

Andree Schneider: Genau. Und dabei kommt mir meine Ausbildung natürlich zugute, zum Beispiel was Vertragsgestaltung angeht. In der Gemeindeverwaltung bin ich übrigens in erster Linie für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, und das Know-how kann man ja schließlich auch für eine Band ganz gut gebrauchen. (grinst)

Wie viel Zeit nimmt bei Demon’s Eye deine Tätigkeit als Manager in Anspruch im Vergleich zum Musiker?

Andree Schneider: (lacht) Das wird diejenigen überraschen, die nicht in einer solche Arbeitssituation sind wie ich. Der Anteil an Zeit, die ich mit der Band als Musiker verbringe, ist im Vergleich zu der Zeit, die ich mit dem ganzen Management-Kram verbringe, verhältnismäßig gering. Das können durchaus bis zu drei volle Arbeitstage in der Woche sein, die ich nur mit dem Management der Band beschäftigt bin. Wer erfolgreich sein will, sollte jemand haben, der sich genau um diese Belange verantwortlich kümmert. Wenn eine noch so gute Band niemand hat, der das Geschäftliche regelt und darüber hinaus auch über ein gewisses visionäres Denken verfügt, dann wird diese Band wahrscheinlich nicht allzu oft aus dem Proberaum rauskommen.

Wie sieht es denn bei euch aus mit den Kompositionen? Teilt ihr das auch so auf, wie eure Vorbilder von Deep Purple es machen, mit der gleichmäßigen Beteiligung aller Musiker?

Andree Schneider: Bei Demon’s Eye gibt es zwei Haupt-Ideengeber, den Gitarristen Mark Zyk und mich. Die Songs aus diesen Ideen entstehen allerdings immer im Proberaum, wenn alle dabei sind und sich einbringen können. Und deshalb kriegt seit unserem zweiten Album auch jeder, der bei der Entstehung des Songs dabei war, seinen Credit. Wir haben das vereinfacht, weil wir nach den Aufnahmen zum ersten Album endlos diskutieren mussten, wer für welchen Song einen Credit bekommt (lacht).

Ich bin übrigens kein Typ, der stundenlang im Übungsraum alleine vor sich hin probt, da wird mir ganz schnell langweilig. Sind allerdings andere Musiker mit im Raum, dann kann ich auch acht Stunden am Stück durchspielen, mit vielleicht fünf Minuten Pause zwischendurch. Spiele ich aber alleine Schlagzeug, dann könnte ich nach fünf Minuten schon wieder acht Stunden Pause machen. (lacht) Das ist einfach so, und das war bei mir schon immer so. Ich brauche ganz einfach andere Musiker um mich herum, dann bin ich in meinem Element.

Hast du außerhalb von Demon’s Eye noch andere musikalische Ambitionen?

Andree Schneider: Als Drummer sicher nicht. Wichtig war es mir, dass wir auch zwei Alben mit eigenen Songs aufgenommen haben. Nach all der Zeit als „Tribute Band“ war das auch nötig, das hat schon gejuckt und auch an der Musikerehre gekratzt. Wir wollten damit beweisen, dass wir durchaus auch mit unseren eigenen Songs auf der Bühne bestehen können. Wir haben uns diesen Traum erfüllt, und ich kann mir nicht vorstellen, dass ich als Drummer irgendwo anders musikalisch glücklicher sein könnte. Demon’s Eye ist meine ganz große musikalische Liebe. Und wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann auch noch eine dritte Runde mit eigenen Songs. Was mich aber außerhalb von Demon’s Eye noch reizen würde wären Songs im Stile der späten Johnny-Cash- Alben mit mir als Sänger!

Du hattest ja sogar mal die Gelegenheit, gemeinsam mit dem legendären Deep-Purple-Keyboarder Jon Lord auf der Bühne zu stehen. Was ist denn das für ein Gefühl, wenn man gemeinsam mit einem der Vorbilder Musik macht?

Andree Schneider: Das ist … sehr aufregend! Und anstrengend! Doch es hat mich als Musiker auch sehr weit nach vorn gebracht, denn Jon Lord hatte ein unglaubliches musikalisches Gehör. Was der alles raushören konnte, wenn 80 Orchestermusiker plus Rockband gemeinsam loslegten, das war schon sehr erstaunlich. Wenn da irgendwas nicht stimmte, dann ging sein Blick schon genau in die Richtung des einen Musikers, der unter den 80 gerade daneben lag. Und was das Thema Dynamik angeht, habe ich unglaublich viel von ihm lernen können. Das war die ganz hohe Schule.

Andererseits hatten die Konzerte für mich auch nicht allzu viel mit Spaß zu tun, das war für mich als Drummer eher anstrengend, denn die Verantwortung für das Timing von 80 Orchestermusikern plus Rockband zu haben, das ist dann doch noch mal ’ne ganz andere Nummer. Wenn du in einer Rockband mal einen Fehler machst und einen Teil mal zu kurz oder lang spielst, dann kann man sich immer noch da rausimprovisieren. Mit 80 Orchestermusikern geht das nicht, dann ist man am Ende. Das war schon ein riesiger Druck für mich, aber es ist alles prima gelaufen und war eine wirklich außerordentliche Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Und wie ist es, wenn dein großes Vorbild dich in deiner eigenen Band vertritt? Ian Paice hat doch auch mal mit Demon’s Eye gespielt.

Andree Schneider: Ja, das waren vier Konzerte, da hat Ian das Zwei-Stunden-Programm fast komplett gespielt. Er hat mir dann auch immer mal für 10 Minuten die Sticks überreicht, und es war schon ein irres Gefühl, wenn dein Idol mit verschränkten Armen am Bühnenrand steht und sich so anschaut, was du denn da so am Schlagzeug anstellst. Vor allem, wenn man dann als Rechtshänder auf einem Linkshänder-Set spielen muss. Doch ich hatte mir zwei recht leichte Songs ausgesucht, so dass ich damit klar kam. Jedenfalls konnte ich mir bei den vier Shows eine ganze Menge von ihm abschauen.

Hat Ian bei diesen Shows auch Songs von euch getrommelt?

Andree Schneider: Nein, das war zu einer Zeit, als wir noch kein eigenes Material hatten. Das hätte er aber sicher gemacht, denn er ist in dieser Hinsicht echt locker. Wenn ich das Ganze jetzt mal Revue passieren lasse: 1982 riesiger Deep Purple Fan, 1983 mit dem Schlagzeug angefangen, 1998 den Traum der Deep-Purple- Tribute-Band verwirklicht und später dann gemeinsam mit meinen Idolen Jon Lord und Ian Paice auf der Bühne stehen … wenn mir das 1982 jemand erzählt hätte, den hätte ich für verrückt erklärt! Das ist schon eine irre Geschichte. (lacht)

Vielen Dank, Andree, für dieses nette Gespräch, das auch bei mir viele Erinnerungen wachgerufen hat, was meine Zeit mit der Musik von Deep Purple und meine Anfänge als Schlagzeuger betrifft. Ich wünsche euch mit Demon’s Eye noch viele weitere erfolgreiche Jahre und ganz viel Spaß!

Andree Schneider Profil

Jahrgang: 1969

Sternzeichen: Schütze

geb. in: Siegen

lebt in: Wilnsdorf

reist gerne nach: … irgendwo in Deutschland!

isst gerne: … fast alles, außer Kugelfisch.

Lieblings-Film: Still Crazy

Lieblings-Schauspieler: Jack Nicholson

Lieblings-Buch: Eric Clapton – Mein Leben

3 Alben für die Insel:

  • Deep Purple – Made In Japan
  • Demon’s Eye – Under The Neon
  • Rainbow – On Stage

Drummer, die ihn beeinflusst haben: Ian Paice, Cozy Powell

Den coolsten Drum-Groove hat gespielt … John Bonham: Black Dog (Led Zeppelin)





Equipment

Drums: Ludwig Classic Maple Rock Power Outfit, Chrome over Wood (ca. 1980)

  • 26″ x 14 ” Bassdrum
  • 15″ x 12″ Tom
  • 18″ x 16″ Floor-Tom
  • 20″ x 16″ Floor-Tom

Snaredrums:

  • 14″ x 6,5″ Pearl Ian Paice Signature
  • 14″ x 6,5″ Ludwig LM402 Supraphonic (Backup)

Cymbals: Paiste 2002 Classic

  • 15″ Sound Edg e HiHat
  • 18″ Me dium Cra sh
  • 20″ Medium Crash
  • 22″ Crash
  • 18 ” China

Sticks: Promark

Texas Hickory T X2B XN Dave Lombardo Signature

Felle: Remo

  • Bassdrum Schlagfell: 26″ Powerstroke 4 Clear Bass
  • Bassdrum Resonanzfell: 26″ Ambassador Coated
  • Schlagfell Snaredrum: 14″ Ambassador Coated
  • Resonanzfell Snaredrum: 14″ Ambassador Snare
  • Schlagfelle Toms: Emperor coated
  • Resonanzfelle Toms: Ambassador coated

Hardware: Pearl, Tama, Yamaha

Hi-Hat-Stand: Pearl H-1050

Double-Bassdrum-Pedal: DW 5002

Stimmgerät: Drum Dial Drum Tuner

(„Das ist hilfreich, um die Drums klanglich in etwa dahin zu bringen, wo sie hinsollen. Feintuning mache ich selbstverständlich nur nach Gehör.“)

Metronom: Tama RW105 Rhythm Watch

(„Ich nutze lediglich das optische Signal, um beim Anzählen der Songs das richtige Tempo zu haben.“)





Monitoring

„Das Stereo-Drum-Fill (linke Seite zusätzlich mit Subwoofer) wird über einen Behringer P16-M Monitormixer angefahren, der seine Eingangssignale vom

Band-eigenen X32 Rack über Ultranet erhält. Hier liegen alle Schlagzeugsignale (bis auf die Overheads) sowie Bass, Gitarre, Keyboards und Gesang

einzeln an und können nach Wunsch direkt am Schlagzeug passend gemischt werden. Dabei nutze ich im Mix eine Trennung von Gitarre (links) und

Orgel/Keyboards (rechts). Bass, Gesang & Drums liegen dann auf beiden Drum-Fills (links/ rechts). Auf diese Weise habe ich einen transparenten Sound,

der mit nur einem Drum-Fill aufgrund der teils ähnlichen Frequenzbereiche von Gitarre und Orgel nicht zu erreichen wäre.“





 

spannende Geschichte von Ian Paice - als Kind hat er in Köln gelebt und deutsch gelernt ..



 



Supraphonic Snaredrums:

Test aus dem STICKS-Archiv

Ludwig Supraphonic

Snaredrums im Video-Vergleichstest

von Axel Mikolajczak, 5. Februar 2020



Mythen und Legenden ranken sich um die Ludwig Supraphonic Snaredrums wie um kaum ein zweites

Instrument der Drum History. Doch was ist eigentlich eine „Supraphonic“-Snaredrum? Und wenn ja, wie viele?

Und wie klingen diese denn eigentlich? Was sind die Unterschiede?




Um dem Ganzen auf den Grund zu gehen, haben wir 2015 in Kooperation mit Fentex Percussion, dem Ludwig-Vertrieb von BeNeLux und Deutschland,

einen großen „Supraphonic“-Vergleichstest im Kölner Gotteswegstudio A durchgeführt. Entschieden haben wir uns für die derzeit erhältlichen 14 × 6,5″

„Supraphonic“-Snaredrums mit klassischen „Imperial Lugs“, mit konventionellen und gehämmerten Kesseln aus Aluminium, Stahl und Bronze, dazu die

„Black Beauty“-Versionen mit schwarz vernickelter Oberfläche und als „Chrome over Brass“-Version.

Zum Test in STICKS 12:2015 gibt es hier die Videos der Ludwig „Supraphonic“-Modelle in einzelnen Clips (jeweils mit „Close Mic“- und „Ambient

Sound“-Version plus Drumset-Groove). So hat man die Gelegenheit, die unter immer gleichen Bedingungen (Ausstattung, Tuning Range, Raum,

Mikrofonierung) aufgenommenen Snaredrums klanglich miteinander in verschiedenen Kombinationen zu vergleichen, die man sich individuell

zusammenstellen kann, so z. B. eine LM417 Black Beauty nach einer LB402B Chrome over Brass, oder eine LB522K mit gehämmertem Bronze-Kessel im

Vergleich zu einer LM402K mit gehämmertem Aluminium-Kessel.


Die Track-Liste:




01 = Introduction, Edwin Plooijer (Fentex) & Dan Enderer (Gottesweg Studio A)



02 = Ludwig Supra-Phonic LM402, Aluminium-Kessel




03 = Ludwig Supra-Phonic LM402K, Aluminium-Kessel, gehämmert




04 = Ludwig Supra-Phonic LM417 Black Beauty, Messing-Kessel



05 = Ludwig Supra-Phonic LM417K Black Beauty, Messing-Kessel, gehämmert




06 = Ludwig Supra-Phonic LB552, Bronze-Kessel




07 = Ludwig Supra-Phonic LB552K, Bronze-Kessel, gehämmert




08 = Ludwig Supra-Phonic LB402B, Chrome over Brass, Messing-Kessel verchromt




09 = Ludwig Copper Phonic LC663, Kupfer-Kessel mit Raw Patina




Special 01 = Ludwig Acrolite Classic LM405C, Brushed Aluminum Shell



Special 02 = Ludwig LM422BKT, Hammered Brass Shell, Tube Lugs




Special 03 = Ludwig LB402BBTW Chrome over Brass Shell, Brass Hardware, Tube Lugs, Die Cast Hoops, Millenium Strainer

Herzlicher Dank an Fentex Percussion /Edwin Kaas & Edwin Ploojier), Drummer Dan Enderer und Toningenieur

Nico Vetter vom Gotteswegstudio A in Köln (für guten Groove und guten Ton), STICKS-Autor und Drum-Tech Ralf

Mikolajczak für die gute Stimmung (nicht nur der Snaredrums) und bei Co-Produzentin, Cutterin und

Kamerafrau Shamila Lengsfeld für „bestes Bild“. Ohne eure großartige Unterstützung wäre diese spezielle Aktion

nicht realisierbar gewesen.


 



Die Rückkehr einer Legende

NAMM 2020: Ludwig präsentiert

neue Version des Speed King Bassdrum-Pedals

von Axel Mikolajczak, 7. Februar 2020


(Bild: Axel Mikolajczak)
 

Längst überfällig und sehnsüchtig erwartet: Ludwig hat das legendäre Speed King Bassdrum-Pedal wieder

aufgelegt! Von vielen Drummern und Sammlern von Vintage Drum Equipment heiß geliebt und immer noch

gefragt – und von einigen auch gern mal liebevoll als „Squeak King“ („Quietsch King“) genannt – hat die Ludwig

Speed King Maschine den Status einer Ikone.

(Bild: Axel Mikolajczak)


Selbstverständlich sind die markanten Konstruktionsmerkmale wie der „Direct Drive“-Antrieb, die speziellen gekapselten Lager sowie die Druckfedern in
den Säulen des Rahmens geblieben – allerdings in modernisierter, verbesserten Qualität („Quietsch King“ adé!). Die Toleranzen im Spiel der „Direct
Drive“-Verbindung wurden minimiert, und es gibt jetzt eine neue, gekapselt gelagerte Achse unter dem Fersenteil der geteilten Trittplatte. Erhalten
geblieben ist hier das unikate Feature, diesen Fersenteil der Trittplatte umklappen zu können, so dass man das Pedal ganz einfach von einer
konventionellen, geteilten Trittplatten/Fersenteil-Konfiguration quasi zu einer Art „durchgehenden Longboard“-Version umfunktionieren kann. Zum
Transport kann die Trittplatte vom Säulenteil abgenommen werden, um das Pedal kompakt zu verstauen. Und das Beste: Durch die „Modernisierung“
ergibt sich ein noch besserer Flow beim Spielen.


 

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass dieses legendäre Bassdrum-Pedal als „Speed King“ erstmals in

einer einfachen Version 1947 auf den Markt kam, im Laufe der Zeit weiterentwickelt und dann von ca. 1958 bis ca.

Ende der 1990er Jahre als „Model 201“ ohne gravierende Änderung gefertigt wurde. Glücklicherweise ist das

Ludwig Speed King Bassdruum-Pedal als „Model 203“ in einer nur bezüglich der „inneren Werte“ modernisierten

Version ab Frühjahr 2020 wieder erhältlich (und wird in einem Karton im netten Retro-Style geliefert).





Das Beste zweier Sound-Klassiker

Test:

Ludwig Acrophonic Snaredrums

von Ralf Mikolajczak, 22. März 2020

(Bild: Dieter Stork)

Acrolite und Supraphonic – diese beiden Bezeichnungen stehen synonym für klassische Snaredrum-Modelle des renommierten Herstellers

Ludwig, die seit den Sechziger-Jahren einen besonderen klanglichen wie fertigungstechnischen Standard definieren. Als Sondermodelle gibt es

nun die Acrophnic-Snaredrums, welche interessante Klangeigenschaften der beiden Paten miteinander kombinieren.

Test: Ralf Mikolajczak

Fotos: Dieter Stork



Ludwig Acrophonic Snaredrums sind in den Größen 14″ × 5″ und 14″ × 6,5″ erhältlich. Von Ludwig eigentlich als Test geplant, kamen die Prototypen bei

den Händlern in den USA so gut an, das man eine spezielle Auflage dieser Snaredrums in den Handel brachte. Über den Fentex-Vertrieb sind dieses

Snaredrums nun auch in Deutschland erhältlich.

Basis ist der nicht verchromte und damit „natur“-farbige Aluminium-Kessel der Acrolite-Modelle. Allerdings wurde den Acrophonic-Kesseln eine

Hämmerung verpasst, und von den Supraphonic-Snaredrums wurden die markanten, verchromten  „Imperial Lugs“  übernommen. Als moderne

Features sind beide Acrophonic-Snaredrums mit der P88AC Snareteppich-Abhebung und den im Vergleich zu den originalen Vorbildern mit 2,3 mm

Stärke etwas stärkeren Stahl-Spannreifen ausgestattet.


TECHNISCHES

Die technischen Eckdaten haben sich seit ca. 1963 nicht wirklich geändert: Der Kessel ist ca. 1,6 mm stark, besitzt die typische Sicke in der Mitte, eine

leicht verrundete Auflagekante für die Felle und Snarebeds in ca. 2,5 mm Tiefe bei ca. 18 bis 20 cm Weite insgesamt. Die Auflagekante wird im

Nutzbereich einen Hauch breiter.


Der Aluminium-Kessel ist sehr stark und dicht gehämmert. (Bild: Dieter Stork) 

Das Besondere an den Acrophonic-Modellen ist die Hämmerung der Kessel, diese sind oberhalb und unterhalb der Sicke sehr dicht und stark
gehämmert. Zu den Kesselrändern hin ist ein ca. 1/2″ breiter Bereich ausgenommen, letztendlich auch, um einen im wichtigen Rand- bzw.
Gratungsbereich einen exakt runden Kessel gewährleisten zu können. Bei beiden Testkandidaten liegen die Toleranzen im Durchmesser somit bei
weniger als einem Millimeter. Die Auflagekanten der Gratungen sind sauber und glatt gearbeitet. Die Kessel der Acrophonic Snaredrums sind also
technisch bestens verarbeitet.
Für perfekt runde Kessel und Gratungen wurde nicht bis an den Rand gehämmert. (Bild: Dieter Stork)


Die zehn „Imperial Lugs“ (Spannböckchen) unterstreichen den klassischen „Ludwig Supraphonic“-Look präsentieren sich im gut gemachten Chrom-
Finish. Auch das 5″ Modell ist jetzt mit zehn Böckchen ausgestattet, bei der klassischen 5″-Acrolite waren es nur acht. Die Gewinde der Hülsen sowie der
Stimmschrauben sind sauber geschnitten und von hoher Qualität. Präzises Stimmen ist somit leicht, auch dank der gut gearbeiteten Stahl-Spannreifen.
Diese bieten den Stimmschrauben plane Auflageflächen. Zusammen mit den Kunststoff-Unterlegscheiben an den Stimmschrauben sorgt dies auch für
eine gute Stimmstabilität.

Die P88AC Snareteppich-Abhebung ist stilvoll gestaltet und funktioniert superb. (Bild: Dieter Stork)


Die neue P88AC Snareteppich-Abhebung ist ein echter Segen, da sie mechanisch wie auch haptisch viel Freude bereitet. Sie lässt sich leise und

geräuschlos schalten. Die Spannungsregulierung bietet zudem eine Rasterung, so dass sich die eingestellte Spannung auch bei harter Spielweise nicht

selbstständig ändert. Gleichzeitig ist das Raster so fein, dass die Bandbreite an möglichen Justierungen groß genug bleibt.


KLANGLICHES

Die Ludwig Acrolite Snaredrums zeichnet ein geradezu klassischer, trocken-kontrollierter Klangcharakter aus, den man zudem in der Regel in einer

ordentlichen Tuning Range zur Verfügung hat. Das macht eine Acrolite zu einem musikalisch sehr variabel einsetzbaren Instrument. Die gehämmerten

Kessel der Acrophonic-Varianten setzen in Sachen Attack noch eins drauf und bieten etwas mehr Biss. Sie erreichen das wie gewohnt ohne scharf

wirkende Obertöne auszubilden. Bei Rimshots und Rimclick-Spiel sorgen die stärkeren 2,3 mm Stahl-Spannreifen für einen Hauch mehr Präsenz als man

das von den älteren Acrolites mit den dünneren 1,6 mm Spannreifen gewohnt ist. Das Sustain der neuen Acrophonic Snaredrums wirkt in den Mitten

satter und zudem etwas kontrollierter und kerniger in den tiefen Stimmungen.


Die Gratung ist typisch rundlich und perfekt gearbeitet. (Bild: Dieter Stork)


Mit der werkseitigen Fellbestückung und dem mit Plastikband befestigten Snareteppich lassen sich recht gute Sounds erzielen. Die Artikulation und

Ansprache ist schon sehr ordentlich, allerdings sei hier auch vermerkt, dass es eher die mittleren bis hohen Stimmungen sind, die dann richtig gut

funktionieren. Das 5″ Modell ist erwartungsgemäß schön knackig, funky im Attack, und das Sustain ist mittig präsent. Eine zusätzliche Dämpfung ist

nicht wirklich notwendig, da sie in den Obertönen doch eher trocken und insgesamt kompakt bleibt – das ist schon ein sehr Recording-freundliches

Klangerlebnis. Die 6,5″ tiefe Acrophonic Snaredrum ist natürlich ähnlich präsent im Attack, doch etwas druckvoller im Sustain. Legt man die

Grundstimmung nun etwas tiefer an, erhält man sofort die bekannten typischen Rocksounds von Ludwig Snaredrums. Auch bei diesem tieferen

Snaredrum-Modell ist ebenfalls gar keine oder nur minimale Dämpfung notwendig, denn auch diese Snaredrum klingt nicht zuletzt durch den

gehämmerten Kessel für die meisten Anwendungen kontrolliert und trocken genug.

Prinzipiell liegen die Ludwig Acrophonic Snaredrums klanglich in etwa zwischen den Acrolites (die etwas weicher in Attack und Sustain sind) und den

klassischen Supraphonics (LM 400, LM 402), die durch ihren verchromten Kessel etwas hellere, stärker singende Obertöne ausbilden. Insofern bieten die

Acrophonic Snaredrums eine neue Nuance im Grundklang, die sich z. B. bei Aufnahmen sehr gut ausspielen lässt. Gerade wenn es mal darum geht, wie

eine Snaredrum im Mix eines Songs „sitzt“ und z. B. der Attack etwas zu spitz ist, der Grundsound aber grundsätzlich passt und Änderungen an

Stimmung und Dämpfung nicht das Gewünschte erbringen.


Ab Werk sind die Acrophonic-Snaredrums mit Ludwig Weather Master Medium Fellen ausgestattet. (Bild: Dieter Stork)



Angemerkt sei auch noch, dass eine Fellbestückung mit speziellen Felltypen die Möglichkeiten der Bandbreite an Stimmungen noch erweitern können.

Die Ansprache des Snareteppichs geht mit der werkseitigen Ausstattung in Ordnung, doch auch hier lässt sich z. B. mittels eines mit Gewebeband oder

Schnur befestigten bezüglich der Sensibilität noch verbessern. Auch die Anpassung der Action des Snareteppichs an die entsprechende Stimmung kann

nicht nur klanglich etwas im Detail bewirken, sondern auch einiges für das Spielgefühl tun. Und wo wir gerade bei Details sind: Zehn Stimmschrauben

pro Fellseite sind gerade bei „offenen“, ungedämpften Stimmungen eine durchaus nützliche Sache. Mal ganz abgesehen davon, dass ich persönlich den

Look der Acrophonic Snaredrums mit zehn „Imperial Lugs“ sehr cool finde.


FAZIT


(Bild: Dieter Stork)


Die Ludwig Acrophonic Snaredrums sehen mit dem gehämmerten Aluminium Kesseln und den zehn verchromten Imperial Lugs mal richtig cool aus.

Und auch klanglich habe sie einiges zu bieten: Durch den gehämmerten Kessel habe sie einen insgesamt sehr fokussierten, dabei satten Sound. Im

Vergleich zu Supraphonic-Snaredrums ist der Attack etwas kerniger und das Klangbild im Sustain zeigt sich als etwas trockener. Bemerkenswert ist, dass

sie bei den meisten Stimmungen in diesen ausgiebigem Praxistest kaum bis gar keine Dämpfung für ein angenehmes Obertonspektrum erforderten.

Diese offenen Tunings wirken sehr gefällig und klanglich „aufgeräumt“ – das kann man auch als Mikrofon-freundlich bezeichnen, und es macht die

Acrophonic-Snaredrums hervorragend geeignet für Recordings oder auch zur Übertragung über PAs. Diese klasse verarbeiteten und wohlklingenden

Instrumente sollte man durchaus mal persönlich checken, denn diese neue Klangvariante von Ludwig-Snaredrums dürfte Drummer vieler musikalischer

Styles sehr interessant sein.


FACTS

Hersteller: Ludwig
Herkunftsland: USA
Modelle/Serie: Acrophonic Snaredrums

Kessel: Aluminium, nahtlos gezogen, gehämmert, ca. 1,6 mm stark; Snarebed: ca. 20 cm weit, ca. 2,5 mm tief, Gratung ca. 45 Grad, Auflagekante leicht rundlich
Größen: 14″ × 5″, 14″ × 6,5″
Hardware: 10 Imperial Lugs (Spannböckchen), 2,3 mm starke Stahl-Spannreifen, P88AC Snareteppich-Abhebung

Vertrieb: Fentex Percussion
Internet: ludwig-drums.com; fentex-percussion.com
Preise (UvP)
14″ × 5″: ca. € 569,–
14″ × 6,5″: ca. € 599,–


 
 



Test:

Ludwig Jazz Fest Snaredrum

von Ralf Mikolajczak, 13. April 2020


(Bild: Dieter Stork)



Mit viel Liebe zum Detail lässt Ludwig unter dem Namen „Jazz Fest“ eine legendäre Snaredrum wiederaufleben. Anfang 1960 als „Buddy Rich

Model“ erstmals vorgestellt, erlangte ab 1963 die 14″ x 5,5″ „Jazz Festival“-Snaredrum in der Farbe „Oyster Black Pearl“ durch Ringo Starr, den

Drummer der Beatles, weltweit Berühmtheit. Die Neuauflage unter dem Namen „Jazz Fest“ tritt also in große Fußstapfen.


Korrekterweise setzt Ludwig für die „Jazz Fest“-Snaredrum auf die ursprüngliche Kesselkonstruktion aus drei Lagen Mahagoni/Pappel/Mahagoni mit

eingeleimten Verstärkungsringen aus Ahorn in der Kesseldimension 14″ x 5,5″. Die erhältlichen Folien-Finishes heißen heute „Black Galaxy“, „Mod

Orange“, „Vintage Blue Oyster“ und natürlich „Vintage Black Oyster“. Der klassische Look wird durch die acht Spannböckchen und den „Basebal-Bat“

Innendämpfer sowie ein „Krönchen-Logo“ unterstrichen. Als moderne Features halten die P88AC Abhebung und Butt-Plate sowie die 2,3 mm starken

Stahlspannreifen Einzug.


Technik

Die Kesselkonstruktion ist die heute von Ludwig als „Legacy Mahogany“ bezeichnete. Je eine Lage Mahagoni umschließt einen Kern aus Pappel. Die

Mahagoni-Lagen sind ca. 1,3 mm stark, die Pappellage mit ca. 3,4 mm deutlich stärker. Hinzu kommen ca. 5,5 mm und ca. 2,54 cm hohe, einlagige

Verstärkungsringe aus Ahorn an den Kesselrändern hinzu. Die Gesamtwandstärke liegt also inklusive der Verstärkungsringe bei ca. 11,5 mm. Der Kessel

zeigt im Durchmesser gerade einmal Toleranzen von ca. 0,15 mm, und insofern ist die Verarbeitung ausgezeichnet.

Auch die Gratungen sind sauber planparallel gesetzt, dafür ebenfalls großes Lob. Die Form ist stark verrundet und die satte Auflagekante trifft die innere

Mahagoni-Lage und zum Teil den Verstärkungsring. Die Abschrägung nach Innen beträgt 30 Grad. Die Qualität ist auch hier ausgezeichnet, die

Gratungen sind glatt wie der berühmte Kinderpopo.


Die stark rundliche Gratung entspricht der originalen Form von ca. 1960.
(Bild: Dieter Stork)

Ein echter, historisch korrekter Hit sind die beiden Snarebeds! Auf den ersten Blick sehen sie aus, also ob sie mit der „groben Kelle“ geschnitzt wurden.

Das stimmt natürlich nicht, denn das Ganze ist sehr exakt ausgeführt, aber die Form ist schon sehr drastisch: Sie sind nur ca. 8,3 cm schmal mit extrem

steilen und kurzem Verlauf auf die Nutzbreite von ca. 5 cm, und dabei erreichen sie eine maximale Tiefe von ca. 4,5 mm! Die rundliche Gratungsform

verschwindet vollständig, somit liegt das Fell also auf der gesamten Kesselbreite auf. Es gibt sehr schöne Fotos von der Unterseite von Ringos originaler

Snaredrum, welche genau diese Konstruktion zeigen.

Die Kesselinnseite ziert das matt-weiße „Reso Coat“. Die äußere Folie ist ca. 1 mm dünn und ist überlappend verarbeitet. Bei der Konstruktion aus den

60er-Jahren wurde sie auf eine Furnierlage aufgeleimt, die erst dann zum Kessel zusammengesetzt wurde. Daher wurde die Folie früher also mit in die

Kesselkonstruktion eingezogen. Bei der heutigen Konstruktion überlappt die Folie in einem Bereich von ca. 6 cm und ist formschlüssig verarbeitet. Auch

zu den Rändern ist sehr viel Platz vorhanden, so dass die Felle sauber ohne Folienkontakt aufliegen können.

Das „Oyster Black Pearl“-Finish hat viele Veränderungen im Laufe der Jahre erfahren. Daher ist es schön zu sehen, dass Ludwig eine optisch historisch

korrekte Version verwendet. Neben den Farbschattierungen in Schwarz, Weiß und Grau sind auch wieder transparente Stellen zu sehen, welche die

rötlichbraune Färbung der äußeren Mahagoni-Holzlage des Kessels hindurch scheinen lassen.

Die transparenten Anteile in der neuen Folie lassen wie das Original die rötlich braune Mahagoni-Lage hindurchscheinen.
(Bild: Dieter Stork)
 
Auch die Hardware präsentiert sich mit einer ausgezeichneten Verarbeitung. Die Verchromung aller Komponenten ist ausgezeichnet ausgeführt. Der
rechteckige Innendämpfer wird über den „Baseball Bat“-Hebel bedient und rastet in zwei Positionen ein. Dabei stellt man ihn auf zwei verschieden
starke Dämpfungsgrade. Mit der roten Filz-Dämpfung zeigt Ludwig erneut Liebe zum historischen Detail. Statt der ursprünglich in den 1960er-Jahren
verwendeten Spannreifen aus Messing, nutzt man heute allerdings konventionelle Stahlspannreifen. Die bieten den präzise in den Gewindehülsen
laufenden Stimmschrauben eine plane Oberfläche. Somit ist also für Präzision und Stabilität bei der Stimmung gesorgt. Auch auf die „historische“ und
recht „schwindelige“ P83-Blechabhebung wurde verzichtet und stattdessen die moderne P88AC-Snare-Teppich-Abhebung verbaut. Diese gleitet sanft,
geräuschlos und ohne zu haken in den An-/Abschaltmodus und lässt sich gefühlvoll justieren.
 
Die extreme Form des Snarebed wurde ebenfalls vom originalen 60er Jahre-Modell übernommen.
(Bild: Dieter Stork)


Zudem sind die Klemmblöcke mittels Stimmschlüssel zu bedienen. Der Snare-Teppich besitzt 18 Spiralen auf ist mittels Schnur an der Abhebung
befestigt. Diese ist leider sehr dünn und scheuerte in den Durchführungen der Blech-Enden innerhalb einer Probe durch. Da sollte Ludwig unbedingt
nachbessern – oder man legt selbst Hand an. Der Snare-Teppich ist recht lang und schmal, weil er auf das spezielle Snarebed angepasst ist. Das sollte
man berücksichtigen, wenn man ein anderes Modell verwenden will. Mehr dazu unter der Rubrik „Klang“.



Klang

Der bei dieser Snaredrum eingesetzten Kesselkonstruktion schreibt man einen warmen, holzigen Grundton zu, der bedingt durch die Verstärkungsringe

auch einen satten Attack aufweist. Dieser ist durch die extrem runde Gratung fokussiert und eher punchy und warm gefärbt. Das extrem geformte

Snarebed sorgt zudem für deutlich reduziertes Oberton-Singen des Resonanzfells.

In Kombination mit dem langen, schmalen Snare-Teppich entsteht hier eine präzise Ansprache, und bei Akzenten wirkt der Snare-Teppich klatschend

und fett, aber eben nicht zu raschelnd. Dafür muss man allerdings in Kauf nehmen, dass sich das Resonanzfell nicht ganz so einfach stimmen lässt.

Gerade in unseren modernen Zeiten von Tune Bot und ähnlichen Hilfsmitteln ist hierfür wieder mehr das Ohr und Gespür für Rebound und Action

gefragt. Also: Laborkittel aus und „ready for that Ringo swing“!


(Bild: Dieter Stork)
Historisch korrekt, aber technisch überarbeitet: der Innendämpfer mit „Baseball Bat“-Hebel.
(Bild: Dieter Stork)


Auch mit nur acht Stimmschrauben kann man die Untiefen des Snarebeds ausgleichen, leichte Verformung des Spannreifens ist allerdings billigend in

Kauf zu nehmen. Grundsätzlich sind es eher etwas höhere Stimmungen, die den crispen und doch eher trockenen Sound produzieren, bei denen dieser

Snare-Teppich so richtig gut seinen Dienst tut. Bedingt durch die Länge des Teppichs braucht es auch etwas Feinarbeit für die korrekte, mittige

Justierung. Dann wird man allerdings mit einer wirklich ausgezeichneten dynamischen Ansprache belohnt.

Mit den werkseitig montierten Ludwig-Fellen und einer mittel-hohen Stimmung des Schlagfells, lässt sich schnell eine Idee eines typischer Ringo-Retro-

Sounds herstellen. Hier hilft der Innendämpfer, der das Schlagfell sogar leicht nach außen ausbeult – also eigentlich ein „no go“! – aber dadurch kommt

eben das gewisse Abdämpfen der Snaredrum zustande, was zu dieser merkwürdigen Klangqualität beiträgt. Dennoch ist man gut beraten, die originalen

Ludwig-Felle gegen etwas Anderes zu tauschen. Man muss ja nicht ein Kalbfell wie Ringo verwenden, doch eine Kombination aus z. B. Remo Vintage

Ambassador und Diplomat-Snare-Resonanzfell schafft mehr Transparenz und klangliche Möglichkeiten, so dass die Ringo- Snaredrum-Sounds (ab z. B.

„A Hard Days Night“, Song-Beispiel: „Can’t Buy Me Love“) auch detailliert nachempfunden werden können. Insofern ist die neue Ludwig-„Jazz

Fest“-Snaredrum durchaus etwas für den Ringo-Fan.


Die schmale und tiefe Absenkung im Resonanzfell durch das Snarebed fordert diesen recht langen Snare-Teppich.
(Bild: Dieter Stork)


Doch die „Jazz Fest“-Snaredrum kann noch so einiges mehr: Ausgestattet z. B. mit einem „Remo CS Controlled Sound“-Schlagfell lässt sie sich recht

variabel gestalten, und so kann man ihr Sixties-Soul- und Seventies-Funk-Sounds entlocken, sowie auch fettere und/oder leicht überdämpfte moderne

Pop-Sounds herstellen. Immer bietet sie eine gute Dynamik und kompakte, präzise Snare-Teppich-Ansprache.

Allerdings muss man hier etwas mehr Aufwand und Geduld für die Feinabstimmung der Felle und des Teppichs aufwenden, doch das lohnt sich!

Mit z. B. einem Remo-Fiberskyn-Ambassador- oder Classic-Fit-Schlagfell lässt sich ein hoher, offener Sound generieren, der warme, singende und

präsente Obertöne zusammen mit einer crispen, kontrollierten Snare-Teppich-Ansprache bietet. Somit hat man auch die Optionen für eher jazzige

Sounds im Sixties-Retro-Style.


(Bild: Dieter Stork)
Elegant und hochwertig: die neue P88AC-Abhebung.
(Bild: Dieter Stork)
 

Fazit

Ludwigs neue „Jazz Fest“-Snaredrum ist eine gelungene Überraschung! Mir persönlich gefällt zudem das Understatement, dass für dieses Instrument

mal nicht mit Ringo geworben wird, auch wenn er wohl einen richtig großen Anteil daran hat, dass das Original bei Sammlern so hoch im Kurs steht.

Doch lassen wir mal die Attitüde von Sammlern außen vor. Die Ludwig-„Jazz Fest“-Snaredrum ist klanglich sicherlich genau das richtige Instrument für

den Spieler, der weitestgehend an die Sound-Vorbilder von Ringo Starr gelangen will. Doch da dieses Instrument trotz (oder wegen?) des sehr eigenen

Charakters sich variabel in verschiedenen Musik-Genres verwenden lässt, ist sie auch eine Empfehlung für all diejenigen, die einen warmen, holzigen

Grundton suchen, dessen trockener Attack dafür sorgt, dass sie präsent im Song „sitzen“ kann.

Meine Sound-Experimente für diesen Test haben jedenfalls sehr viel Spaß bereitet. Mir gefällt zudem die historisch korrekte Bauweise und Optik

gepaart mit modernen Features wie z. B. der Snare-Teppich-Abhebung. Da alles auch hochwertig verarbeitet wurde, ist der Preis gerechtfertigt, und man

sollte sich diese schicke Trommel mal beim Fachhändler des Vertrauens zu Gemüte führen.


Facts

Hersteller

Ludwig

Herkunftsland

USA

Serie/Modell

Jazz Fest

Kessel

14″ x 5,5″, Mahagoni/Pappel/Mahagoni plus Verstärkungsringe aus Ahorn (Gesamtstärke ca. 11,5 mm), Snarebed ca. 8 cm schmal, ca. 4,5 mm tief, Gratung ca. 30 Grad, Auflagekante stark verrundet

Oberfläche

Folie, Vintage Black Oyster

Hardware

acht „Bowtie“-Spannböckchen, 2,3 mm Stahl-Spannreifen, P88AC Snare-Teppich-Abhebung, Ludwig-Felle

Vertrieb

Fentex Percussion

Internet

ludwig-drums.com

fentex-percussion.com

Preis (UvP)

€ 1.095,–



 

Crisp, satt, artikuliert!

Top 5:

14″ × 6,5″ Aluminiumkessel Snare Drums

von Redaktion, 5. April 2020


In dieser Folge unserer „Top 5“-Serie widmen wir uns den Snaredrums mit Aluminium-Kesseln in der Größe 14″ × 6,5″. Warum Snaredrums mit
Aluminium-Kessel in dieser Größe? Inspiriert hat uns der Klassiker Ludwig Supraphonic LM402. Verfügten die Ludwig Supraphonic
Snaredrums LM 402 und LM 400 bis ca. 1964 noch über „Chrome over Brass“-Shells, so stellte Ludwig in den Folgejahren die Kessel der
„Supraphonics“ aus dem so genannten „Lud Alloy“ her, einer speziellen Aluminium-Legierung.


 


Die ohnehin schon angesagten Ludwig Supraphonics erhielten dann in den folgenden Jahren ab Ende der 60er/Anfang der 70er-Jahre noch einen

immensen Popularitätsschub, der bis heute anhält, nicht zuletzt durch den legendären John „Bonzo“ Bonham, der die Ludwig Supraphonic LM 402

Snaredrum mit Alukessel bei Led Zeppelin einsetzte.

Im Laufe der Zeit widmeten sich viele weitere Hersteller dem Thema „Aluminiumkessel“-Snaredrums, teils um auf den Spuren des legendären Klassikers

zu wandeln, doch zum Teil auch, um neue Klangoptionen für Snaredrums aus diesem Material zu verwirklichen. Ganz allgemein bieten Aluminium-

Snaredrums einen etwas trockeneren, in den Obertönen fokussierten Klangcharakter im Vergleich zu Snaredrums mit Stahl- oder auch Messingkesseln.

Wie immer listen wir unsere Top-5-Instrumente in alphabetischer Folge, also ohne individuelle Wertung von 1 – 5, denn alle diese feinen Instrumente

haben etwas Besonderes zu bieten.

 

Ludwig 14″ × 6,5″ LM402 Supraphonic Snaredrum



Der Klassiker schlechthin! Diese Snaredrum ist auf unzähligen (Rock-) Recordings zu hören, die Geschichte geschrieben haben. Der klassische

Supraphonic-Sound bietet aufgrund des nahtlos gezogenen Aluminium-Kessels klar artikulierte Attacks und satten Kesslton über einen sehr weiten

Dynamikbereich und eine breite Tuning Range sowie eine stets direkte und crispe Snareteppich-Ansprache. Die Obertöne sind in den Höhen kontrolliert

und in den oberen Mitten bei aller Präsenz doch sehr fokussiert. Hier zeigt sich ein „mikrofonfreundliches“ Klangspektrum, das die Beliebtheit der

„Supraphonics“ auch bei Toningenieuren erklärt.

Die aktuellen Versionen sind mit einem 1,7 mm starken Kessel und 2,3 mm starken Stahlspannreifen ausgestattet, im Gegensatz zu den dünnen, ca. 1,6

mm starken Stahlspannreifen der 60er/70er-Jahre. Bei aller kontrollierter Trockenheit des Kesseltons ist allerdings immer noch für genügend Präsenzen

der Supraphonics im projektionsstarken Obertonspektrum gesorgt. Die ausgezeichnete Ansprache in einem großen Dynamikumfang macht diese

Snaredrum nicht nur bei Rock/Pop-Drummern sondern auch bei vielen klassischen Perkussionisten beliebt. Auch von der Optik her zeigen sich Ludwig

Supraphonic Snaredrums als echte Klassiker mit ihren 10 „Imperial Lugs“ (Spannböckchen) und der markanten mittleren Kesselsicke. Aktuelle Modelle

sind mit einer neuen P88AC Snareteppichabhebung ausgestattet, die für einen gleichmäßigen, wackelfreien und leisen An- und Abschaltvorgang sorgt.

Es gibt wohl kaum einen Drummer, der je eine Ludwig Supraphonic gespielt hat, der die klanglichen Vorzüge dieser Instrumente nicht zu schätzen weiß




Snaredrum-Erbstück zum Jubiläum


Test:

Ludwig Heirloom 110th Anniversary Snaredrum

von Ralf Mikolajczak, 2. April 2020

(Bild: Dieter Stork)


Der 110. Geburtstag wurde von Ludwig u. a. mit diversen Ltd. Edition Drumsets und Snaredrums gefeiert, darunter eine exklusive Heirloom

Snaredrum. Diese gibt es in zwei Größen in einer schmucken „Black Brass“-Optik.

Diese Limited Edition Instrumente wurden nur im Produktionsjahr 2019 gefertigt. Zum Test erhielten wir vom Vertrieb Fentex Percussion das Modell in

der Größe 14″ x 7″. Das muss kesseln, oder?! Das schicke Teil wird in einer eigens für die Anniversary Snaredrums entworfenen Tasche geliefert. Und

selbstverständlich darf auch das „Certificate of Authenticity“ nicht fehlen. Das passt gut in einen Schmuckrahmen.


Den „Black Brass“-Kessel ziert das spezielle „110th Anniversary“-Typenschild.
(Bild: Dieter Stork)


Technisches

Der Kessel der Heirloom Snaredrum ist aus Messing gefertigt, allerdings ist er nicht nahtlos gezogen. Auch auf die für Ludwig Metall-Snaredrums so

typische Sicke in der Mitte wurde hier verzichtet. Der Kessel präsentiert sich mit einer sauber verlöteten Nahtstelle, die nur auf der Innenseite erkennbar

ist. In den Gratungsbereichen wurde sehr sauber gearbeitet: Hier lassen sich keinerlei Unebenheiten auf der Schlag- wie Resonanzfellseite erkennen.

Die Toleranz im Durchmesser liegt unter 0,5 mm, und bei der Wandstärke konnten wir einen konstant guten Wert von ca. 1 mm ermitteln.

Sehr sorgfältig wurde das Messingblech im flachen Winkel von ca. 30 Grad umgebogen und eine recht spitze, schmale Auflagekante auf der

Schlagfellseite realisiert. Auf der Resonanzfellseite fällt die Auflagekante einen Hauch rundlicher aus und sinkt sanft auf das ca. 2,7 mm tiefe Snarebed

ab. Das ist ca. 17 cm weit gestaltet und die Auflagekante wird marginal breiter.


Die moderne P88 Abhebung schaltet leise und zuverlässig und lässt sich feinfühlig einstellen.
(Bild: Dieter Stork)


Die Kesselinnenseite ist in schmuckem Schwarz gehalten. Die Außenseite präsentiert sich in einem dunklen, seidenmatten Glanz mit einem ca. 7 cm
breiten Bereich in der Mitte, der etwas heller ausfällt. Zusätzlich gibt es dort drei geprägte Streifen: Die beiden äußeren sind ca. 3 mm, der mittlere 5
mm schmal. Die klassische Sicke wird so auf interessante Weise angedeutet. In jedem Feld zwischen zwei Spannböckchen ist zudem ein stilisiertes
Krönchen-Logo in diesem Bereich eingeprägt. Ausnahme sind das Feld mit dem besonderen „110th Anniversary“-Typenschild inklusive
Luftausgleichsloch und dem diesen gegenüber liegendem Feld, das den klassischen Ludwig-Schriftzug als Prägung trägt. Die schöne und technisch sehr
gut umgesetzte Arbeit wird von zehn „Imperial“-Stimmböckchen in Hochglanz polierter Messing-Optik komplementiert. Abgerundet wird das sehr
elegante Bild von den ebenfalls auf Hochglanz polierten Messing-Guss-Spannreifen und der P88 Abhebung.

Farbkontrast und Prägungen in der Kesselmitte als moderne Adaption der typischen Ludwig-Sicke.
(Bild: Dieter Stork)


Klangliches

Aus reinem Spaß habe ich mal gegen den Kessel bei abmontierten Fellen und Snareteppich geklopft, und da entfuhr mir doch ein „Wow“. Selbst mit

montierter Hardware war die Ansprache super schnell und direkt und dabei entstand ein sehr satter, äußerst resonanter und sauber ausklingender Ton.

Das spricht schon mal für einen spannungsfrei verlöteten und damit wirklich gut gearbeiteten Kessel.

Mit der Remo Ambassador Fellkombination lässt sich die Trommel schnell und präzise einstimmen. Die Obertöne im Attack sind hell, crisp und nicht zu

spitz, zudem singen sie sehr schön kontrolliert. Für genügend Crack sorgen dann die Guss-Spannreifen, vor allem bei Rimshots und Rimclick-Sounds.

Das Sustain ist sehr druckvoll und warm klingend in den unteren Mitten und im Bassbereich. Das entspricht durchaus dem Charakter einer Snaredrum

mit Messingkessel, hat aber nicht so viel mit den typischen „Black Beauty“-Sounds zu tun.


Der Kessel ist innen wie außen sauber verarbeitet. (Bild: Dieter Stork)


Diese soll sie auch gar nicht bieten, denn diese Heirloom Snaredrum hat ihren eigenen Charakter. Sie ist noch etwas tighter und knackiger im Attack,

und der Druck aus dem Keller spielt sich in einem tieferen Frequenzband ab. Zudem wirkt sie nicht so weich und breit wie ich das von so vielen „Black

Beautys“ her kenne. Die Heirloom Snaredrum hat ja schließlich auch eine ganz andere Kesselkonstruktion, dazu mit etwas mehr Hubraum, und in

Kombination mit den Guss-Spannreifen gibt sie natürlich gern den wuchtig, satten Rocker. Gerade die offenen, hohen Sounds brauchen nur wenig bis

fast gar keine externe Dämpfung, denn die Obertöne wirken selbst bei Rimshots noch sehr gefällig. Die Snareteppich-Ansprache ist richtig gut, und das

kann man eventuell auch noch durch einen anderen, mit Schnur aufgehängten Snareteppich noch mal etwas pimpen – zumindest für den persönlichen

Geschmack.


Das Snarebed bietet einen sehr sanften Verlauf zum Nutzbereich. (Bild: Dieter Stork)


Überzeugend ist auch die Dynamik: Leise gespielt entsteht eine saubere Artikulation und eine gute Kombination aus crispem Attack und gefällig-

warmem Sustain. Mit gesteigerter Spielintensität entwickeln sich Punch und Crack im Attack, Klangfülle und Power bekommt man durch den Druck aus

den Tiefmitten und dem Bass-Bereich. Das funktioniert für alles was Rock oder Hardrock angeht super klasse. Dieser „Stadion-Snaredrum-Sound“

überzeugt auch bei etwas moderaterem Spiel, sodass man sie auch im kleinen Club problemlos spielen kann ohne klangtechnisch zu übertreiben.

Es lohnt sich auch mal ein graduelles Herunterstimmen. Dabei kann man dann (durchaus mit etwas mehr Dämpfung oder gar extremer Überdämpfung)
noch einige andere spannende Sounds entdecken, welche das weite Feld der modernen Popmusik bis hin zu FX- und Electro-Sounds oder Urban Styles
abdecken. Allerdings darf man hier nicht den weichen pumpenden Bass erwarten, denn die Heirloom Snaredrum ist zwar druckvoll, aber eben auch
etwas aufgeräumter und straff im Sustain. Wem der Attack dann noch etwas zu knackig ist, sollte auf stärker vorgedämpfte oder gar doppellagige Felle
zurückgreifen. Auch damit funktioniert sie in Sachen Ansprache in einer recht weiten Tuning-Range sehr gut.

Die Auflagekante der Schlagfellseite ist etwas spitzer gestaltet. (Bild: Dieter Stork)



Fazit

Die Ludwig Heirloom 110 Anniversary Snaredrum hinterlässt einen sehr guten Eindruck, sowohl optisch wie akustisch. In beiden Fällen unterstreicht sie

ihren eigenen Charakter, und dank der guten Verarbeitung zeigt sie auch, dass gute Sounds nicht nur aus nahtlos gezogenen Messing-Kesseln entstehen

können. Der 7″ Hubraum und die Guss-Spannreifen prädestinieren sie für überzeugende Rock- und Hardrock-Sounds, wenngleich sie auch mit Tuning-

und Dämpfungstricks sowie geschickter Fellauswahl auch andere überzeugende Klangfacetten bieten kann. Die Dynamik und Ansprache lässt hier

einiges zu. Als schmuckes Sammlerstück für die Vitrine wäre mir die Heirloom Snaredrum zu schade: Dieses Trömmelchen gehört auf die Bühne!


Facts

Hersteller

Ludwig

Herkunftsland

USA

Serie/Modell

Heirloom Black Brass 110th Anniversary Snaredrum

Kessel

Messing, verlötet, ca. 1 mm stark, Snarebed ca. 17 cm weit und ca. 2,7 mm tief, Gratung ca. 30 Grad, Auflagekante auf Resonanzfellseite leicht rundlich, auf Schlagfellseite spitz

Oberfläche

Black Brass

Hardware

Imperial Lugs, Guss-Spannreifen, P88 Abhebung

Zubehör

Anniversary Snaredrum Bag, Certificate of Authenticity, Stimmschlüssel

Vertrieb

Fentex Percussion

Internet

ludwig-drums.com

www.fentex-percussion.com

Preis (UvP)

Ludwig Heirloom Snaredrum 14″ x 7″ ca. € 879,-



 















sold - no longer available

sold - no longer available

sold - no longer available






sold - no longer available

sold - no longer available

sold - no longer available



 




 

1 – 20 von 155 Produkten werden angezeigt

  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. ...
  5. 8

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Nullam porttitor augue a turpis porttitor maximus. Nulla luctus elementum felis, sit amet condimentum lectus rutrum eget.

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Nullam porttitor augue a turpis porttitor maximus. Nulla luctus elementum felis, sit amet condimentum lectus rutrum eget.